Der „Germany“-Teambus

Der offizielle Teambus der FIFA WM 2026 für die deutsche Fußballnationalmannschaft ist eine Reisebus von MCI. Foto: IMAGO/Kirchner-Media

Jetzt ist er da, der offizielle Teambus für die deutsche Fußballnationalmannschaft! Pünktlich vor dem Auftaktspiel gegen Curacao wurden die Spieler vom Flughafen mit einem MCI J4500, der ganz offiziell im FIFA 2026 WK-Look foliert war, zum Teamhotel InterContinental in Houston/Texas chauffiert. Und auch vom Hotel zum NRG Stadium nutzten die Profisportler einen Reisebus der Motor Coach Industries (MCI). Der Bushersteller zählt zu den traditionsreichsten und größten Reisebushersteller Nordamerikas. MCI wurde 1933 in der kanadischen Stadt Winnipeg gegründet.

Das Unternehmen entwickelte sich nach eigenen Angaben zum Marktführer für Fernreise- und Charterbusse in den USA und Kanada. Heute verfüge MCI, so der Bushersteller, über eine der größten installierten Reisebusflotten Nordamerikas. Seit Ende 2015 gehört MCI zur kanadischen NFI Group (früher New Flyer Industries). Die Übernahme wurde für rund 455 Mio. US-Dollar abgeschlossen. Das bekannteste Modell aus dem Programm wird auch vom DFB-Team genutzt: Ein 45 Fuß (13,7 m) langer Reisebus, der in Nordamerika eine Art Standard-Reisebus ist.

 

MCI verwendet meist Komponenten etablierter US-Nutzfahrzeughersteller: So stammen die Motoren von Cummins, das Automatikgetriebe von Allison Transmission – außerdem werden, so MCI im Gespräch mit omnibus.news, viele Teile aus den Baukästen nordamerikanischer Lkw-Produktionen entnommen. Dadurch seien Wartung und Ersatzteilversorgung vergleichsweise einfach. MCI hat mit dem MCI J4500 CHARGE auch einen batterieelektrischen Reisebus entwickelt. Dabei nutzt das Unternehmen viele elektrische Antriebskomponenten aus dem Konzernverbund der NFI Group.

Interessanterweise vertrieb und wartete MCI zeitweise auch Reisebusse der Marke Setra in Nordamerika. Die Zusammenarbeit zwischen MCI und Daimler begann 2012, Daimler erhielt dafür eine Minderheitsbeteiligung von 10 % an MCI. MCI wurde dadurch exklusiver Vertriebspartner für Setra-Reisebusse in den USA und Kanada. Im Januar 2018 gab MCI bekannt, dass die Daimler-Tochter EvoBus den Vertriebsvertrag für Setra-Busse gekündigt hat, die Kündigung wurde Ende Juni 2018 wirksam. MCI konzentriert sich fast ausschließlich auf den nordamerikanischen Markt.

Während europäische Hersteller wie MAN, Mercedes-Benz, Neoplan, Setra, oder Volvo auf selbsttragende Reisebusse setzen, orientiert sich MCI stark an den Anforderungen des US-Marktes: Der ist für breite Highways, lange Distanzen, großer Gepäckraum, einfache Wartung und robuste Technik bekannt. Deshalb wirken MCI-Busse aus europäischer Sicht oft konservativer, gelten aber als sehr langlebig und wirtschaftlich. Viele Fahrzeuge erreichen Laufleistungen von weit über einer Million Meilen (1,6 Mio. km) im Linien- und Chartereinsatz. (MCI/omnibus.news/PM/Sr)

 

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