Auf einer speziellen Cellcentric-Veranstaltung im Rahmen der Hannover Messe 2026 wurde das Brennstoffzellensystem der nächsten Generation vorgestellt. Foto: DaimlerTruck
Die BZA375 verspricht bis zu 375 kW konstante Nettoleistung – mehr als 500 PS – aus einem Single-System-Package. Foto: DaimlerTruck
Cellcentric, der Spezialist für Brennstoffzellensysteme für Schwerlastanwendungen, bringt unter dem Seriennamen BZA375 sein Brennstoffzellensystem offiziell auf den Markt. Zuvor unter dem Projektnamen „NextGen“ bekannt und auf einer speziellen cellcentric-Veranstaltung im Rahmen der Hannover Messe (20.–24. April 2026) vorgestellt, ist das System nun verfügbar für Tests, Validierungen und die weitere industrielle Skalierung in einem breiten Spektrum von Schwerlastanwendungen. BZA375 zeige, wie Brennstoffzellensysteme für die Anforderungen von Schwerlast-Lkw und weiteren Anwendungen mit vergleichbaren Anforderungen optimiert werden können, so der Pressetext
In weniger als drei Jahren wurde BZA375 durch eine Kombination aus innovativen Lösungen, kontinuierlicher Verbesserung und einem fundierten Verständnis der Kundenanforderungen entwickelt. BZA375 wurde gemäß den Leistungs- und Qualitätsanforderungen der OEMs entwickelt und ist so konzipiert, dass das System in anspruchsvollen Anwendungen mit modernen Dieselmotoren konkurrieren kann. Im Mittelpunkt der Entwicklung von BZA375 steht ein klarer Fokus auf die Optimierung der Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO) – dem entscheidenden Faktor für Kaufentscheidungen von Kunden in Heavy-Duty Anwendungen. Um dieses Ziel zu erreichen, verschiebt BZA375 die Grenzen der Brennstoffzellentechnologie.
„BZA375 ist speziell auf die Anforderungen von Fernverkehrs-Lkw zugeschnitten und eignet sich hervorragend für andere Anwendungen mit vergleichbaren Anforderungen. Bei Cellcentric haben wir uns bewusst als unabhängiger Tier-1-Zulieferer positioniert und sind offen für Partnerschaften mit allen OEMs, die die Dekarbonisierung ihres Produktportfolios vorantreiben“, sagte Nicholas Loughlan, CTO von Cellcentric. „Zwei Schlüsseltechnologien werden entscheidend sein auf dem Weg zur Dekarbonisierung des Transports: batterieelektrische sowie wasserstoffbasierte Antriebe. Wir haben bereits wichtige Schritte unternommen, und das neue Brennstoffzellensystem von Cellcentric ist der nächste große Meilenstein.“, sagte Karin Rådström, President & CEO von Daimler Truck.
„Mit der Markteinführung des BZA375 haben Cellcentric und seine Partner den Weg für den emissionsfreien Fernverkehr im Schwerlastsegment geebnet. Dies ist ein Meilenstein für Logistikunternehmen und die Gesellschaft insgesamt und bringt uns der Dekarbonisierung der Branche einen weiteren Schritt näher“, sagte Martin Lundstedt, Präsident und CEO der Volvo Group. Die wichtigsten Leistungsdaten von BZA375 auf einen Blick: Bis zu 375 kW konstante Nettoleistung – mehr als 500 PS – aus einem Single-System-Package. Weniger als 500 Kilogramm Gewicht – so kann die Nutzlast auf dem Niveau gehalten werden, das Kunden von bewährter Dieseltechnologie erwarten. 20 % weniger Kraftstoffverbrauch im Vergleich zum bisherigen Cellcentric Brennstoffzellensystem BZA150, wodurch ein voll beladener 40-Tonnen-Lkw unter realen Fahrbedingungen mit weniger als 6 Kilogramm Wasserstoff pro 100 Kilometer auskomme, so der Pressetext.
40 % weniger Abwärme bei 300 kW Nettoleistung im Vergleich zum BZA150, was deutlich kompaktere und kostengünstigere Kühlsysteme ermögliche. Cellcentric verspricht eine 40 % höhere Leistungsdichte im Vergleich zu BZA150, was die Integration in bestehende Fahrzeugarchitekturen weiter erleichtere, und konzipiert für den Einbau in Bauräume, die ursprünglich für konventionelle 13-Liter-Dieselmotoren entwickelt wurden. Und 40 % geringere Komplexität im Vergleich zum BZA150 – dank einer deutlichen Reduzierung der Komponenten und Schnittstellen. Das Single-System-Package von BZA375 ermöglicht den Übergang weg vom „Twin-System“-Ansatz, der bisher für BZA150 in der Zielanwendung für Schwerlast-Lkw angewendet wurde.
Dieses Design reduziert Komplexität, erleichtert die Einbindung in bestehende Fahrzeugplattformen, die für Dieselantriebe ausgelegt sind, und ermöglicht eine kompaktere, kostengünstigere Integration für die OEM-Kunden von Cellcentric. All diese Fortschritte wurden unter Beibehaltung des hohen Haltbarkeitsniveaus erreicht, das bereits das BZA150 auszeichnete: eine Lebensdauer von 25.000 Stunden. In einem Schwerlast-Lkw entspricht das einer Lebensdauer von 10 Jahren – vergleichbar mit modernen Dieselmotoren. Die Prototypenfertigung von BZA375 habe bereits begonnen, wie es heißt. Erste Prototypen durchliefen seit Monaten strenge Leistungs- und Haltbarkeitstests und stünden nun den Kunden von Cellcentric für eigene Test- und Validierungsaktivitäten zur Verfügung.
Bereits vor der Serienproduktion werden Kunden für Tests, Validierungen und erste Flottenanwendungen größere Stückzahlen ausgereifter Prototypensysteme zur Verfügung gestellt. Die Serienproduktion wird für das Ende des Jahrzehnts vorbereitet. Mit der Einführung von BZA375 präsentiert Cellcentric sein Brennstoffzellensystem nicht nur als Lösung für den Langstrecken-Fernverkehr. Obwohl das System in erster Linie für schwere Fernverkehrslastwagen konzipiert und optimiert wurde, eignet es sich auch für eine breite Palette weiterer anspruchsvoller Anwendungsfälle mit vergleichbaren Anforderungen: Reisebusse, stationäre Energieerzeugung, Schienenverkehr und Bergbau.
Die wettbewerbsfähigen Spezifikationen von BZA375 ermöglichen es Cellcentric, seine Ein-Produkt-Strategie weiter zu verfolgen, indem ein einzelnes System für dieses breite Anwendungsspektrum genutzt werden kann. Dadurch entstünden erhebliche Skaleneffekte und ein großes Potenzial für weitere Kostensenkungen in der Brennstoffzellentechnologie. BZA375 sei für Schwerlastanwendungen mit vergleichbaren Betriebsanforderungen konzipiert – überall dort, wo hohe Leistung, lange Betriebszeiten und maximale Effizienz unerlässlich sind. Während der Fernverkehr der primäre Anwendungsfall ist, eignet sich das System gleichermaßen für eine breite Palette anspruchsvoller Anwendungen, darunter Reisebusse, Schienenverkehr, Bergbau und stationäre Energieerzeugung.
Angesichts der fortschreitenden Entwicklung der Wasserstoffinfrastruktur ermöglicht dieser anwendungsübergreifende Ansatz die Ein-Produkt-Strategie von Cellcentric, wodurch Skaleneffekte erzielt und die Industrialisierung der Brennstoffzellentechnologie beschleunigt werden. Durch seine Vorgängerorganisationen verfügt Cellcentric über jahrzehntelange Erfahrung mit Busanwendungen. Der erste brennstoffzellenbetriebene Bus, „Nebus“, wurde bereits 1997 gebaut. In nachfolgenden Projekten haben Brennstoffzellenbusse ihre Reife im realen Betrieb unter Beweis gestellt, wobei einzelne Fahrzeuge über eine Million Kilometer mit Fahrgästen zurückgelegt haben.
Für den Fernbusverkehr ermöglichen Brennstoffzellen eine kompromisslose emissionsfreie Mobilität. Hohe Fahrgastkapazität, lange Strecken und enge Fahrpläne erfordern einen Antriebsstrang, der Reichweite, Komfort und schnelles Betanken vereint. BZA375 ermöglicht genau das und bietet einen leisen Betrieb, keine Nutzlastbeschränkungen sowie eine Betriebsflexibilität wie bei Dieselmotoren, was ihn ideal für hochwertige Langstreckenreisen macht. (DaimlerTruck/PM/Sr)
Der Beitrag Cellcentric BZA375 erschien zuerst auf omnibus.news.
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