Daimler Buses zeigt ein erstes Foto eines E-Reisebusses… Foto: DaimlerTruck, Schreiber
Nun geht es scheinbar schneller als gedacht, Daimler Buses zeigt ein erstes Foto eines batterie-elektrischen Reisebusses. Sind es die Aufträge im dreistelligen Bereich, die der Wettbewerber aus München verbuchen konnte, die für die Dynmaik sorgen? Dessen E-Reisebus rollt bekanntlich dieses Jahr mit einer „early fleet“ und 50 Fahrzeugen zu ersten, ausgewählten Kunden in Europa. Oder sind es chinesische Busherstellern, die die Bussparte von Daimler Truck unter Druck setzen? Bei den Wettbewerbern aus Fernost gibt es bereits für alle Segmente batterie-elektrische Omnibusse zu kaufen.
Fakt ist: Daimler Buses beschleunigt die Entwicklung des E-Reisebusses, der ursprünglich erst für 2030 angekündigt war. Nun hat Till Oberwörder, CEO Daimler Buses, im Rahmen eines Pressegesprächs anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Daimler Buses Servicemarke Omniplus ganz offiziell erste Testfahrten mit einem Technologieträger angekündigt, Der erste batterieelektrische Reisebus aus dem Hause Daimler basiert auf dem konventionell angetriebenen Setra-Modell S 516 HD. Bis zum Ende des Jahrzehnts will Daimler Buses laut der eRoadmap BEV- und FCEV-Reisebusse anbieten.
Vier Jahre vor dem angekündigten Marktstart geht nun ein Technologieträger auf die Straße. Was heißt das für den Marktstart? Daimler Buses will und muss auch in diesem Segment entsprechend Geld verdienen. Nicht nur mit E-Omnibussen, sondern mittlerweile auch mit der Ladeinfrastruktur. Schon 2023 nahm Till Oberwörder die Politik diesbezüglich mit klaren Worten auf der Busworld in die Pflicht. Weil es nach wie vor eine unzureichende Lade- und H2-Infrastruktur für längere Strecken gibt, wird nun der Bushersteller selbst aktiv.
Ende 2025 hatte Daimler Buses angekündigt, auch öffentliche Ladesäulen an touristisch hochfrequentierten Standorten und Verkehrsknotenpunkten aufzubauen – unter anderem in München und Köln. Der Hersteller will damit einen wichtigen Impuls geben. Daimler Buses plant in den nächsten Jahren bis zu 200 Millionen Euro in sein europäisches busspezifisches Servicenetz zu investieren – so viel wie nie zuvor. Der Hersteller verfügt mit mehr als 630 Standorten, davon 36 eigene Service Center, bereits über das dichteste Netzwerk Europas.
Mit neuen Service-Standorten sowie modernisierten Betrieben aber auch mit einem erweiterten Angebot insbesondere für Ladeinfrastruktur will das Unternehmen seine führende Position im Bus-Service weiter ausbauen. Daimler Buses rechnet mit einem wachsenden Kundeninteresse sowohl am Aufbau als auch am Betrieb von E‑Infrastruktur aus einer Hand. Der Hersteller bietet dies bereits an und baut sein Angebot gezielt weiter aus: Neu sind eine eigene Hotline und ein eigenes Team ausschließlich für den Ladesäulen-Service – zunächst in Deutschland und in den nächsten Jahren auch in zahlreichen europäischen Ländern.
Das Unternehmen sieht im Bereich Infrastruktur großes Potenzial. Dies hat Till Oberwörder im Rahmen des Pressegesprächs bekanntgegeben. Ein weiteres wichtiges Wachstumsfeld sieht der Hersteller im Bereich digitale Services und Vernetzung. Und dass die Bussparte von Daimler Truck in den Jahren zuvor nicht untätig war, zeigt das Erlkönig-Foto aus dem Jahr 2020, als die Aufregung am Rande der Now&Next-Veranstaltung von Daimler Buses groß war: Zufall oder geschickter Schachzug? Wer Daimler Buses kennt, weiß, dass alle Veranstaltungen mit äußerster Perfektion perfekt geplant werden – nicht nur in Zeiten der Corona-Pandemie…
Im Umfeld der Now&Next-Veranstaltung, bei der Till Oberwörder den neuen eCitaro-Gelenkbus mit Festkörperbatterien sowie die neue Intouro-Baureihe vorstelle, machte sich ein Erlkönig mit Anhänger auf den Weg nach Mannheim. Kurz vor der Einfahrt in das Werk in der Hanns Martin Schleyer Straße in Mannheim, wo sich auch der Versuch und Musterbau befinden, gelangen der Erlkönig-Blattschuss. Nicht nur ein Foto, sondern eine ganze Reihe interessanter Fotos: Zu sehen ist ein Setra, an Front und Heck entsprechend foliert, mit einem besonderen Anhängsel.
Und das war der Grund für Spekulationen: Ein Art rollendes Energielabor? Fuhr der Reisebus vielleicht schon rein elektrisch? Auf der Now&Next-Veranstaltung kommunizierte Till Oberwörder schließlich, sozusagen als Teaser am Ende seines Vortrages, dass man In den letzten Jahren bereits viele wichtige Produkte erneuert habe, dabei hätte man die Bedürfnisse der Kunden fest im Blick gehabt. Till Oberwörder erklärte online in die Welt hinaus, dass sich Daimlers Busexperten nicht ausruhen werden, als nächstes wären nun die Reisebusse an der Reihe… (DaimlerBuses/omnibus.news/Sr)
Der Beitrag Daimler mit E-Reisebus erschien zuerst auf omnibus.news.
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