Strukturelle wirtschaftliche Probleme und anhaltende Verluste, BlaBlaCar gibt das Fernbusgeschäft auf. Foto: BlaBlaCar
Hohe betriebliche Verluste und keine Aussicht auf Besserung haben den französischen Fernbusanbieter BlaBlaCar, der auch Ziele in Deutschland anfährt, dazu veranlasst, die Fernbussparte aufzugeben. In Frankreich verschwinden die roten Fernbusse vom Markt, grünes Licht für die grünen Fernbusse von Flixbus, in Frankreich demnächst dann der einzige Fernbusanbieter. BlaBlaCar entstand 2012 nach der Liberalisierung des Fernbusmarkts in Frankreich und geht auf das von der französischen Staatsbahn SNCF gegründete Unternehmen IDbus hervor.
Später wurde das Unternehmen in Ouibus umbenannt. 2018 hat dann die damals bereits europaweit führende Mitfahrzentrale BlaBlaCar das Fernbusunternehmen übernommen. Nun verschwindet die Marke bis 2027 wieder. Aktuell werde mit den Arbeitnehmervertretern verhandelt, die Zahl der Beschäftigen der Bussparte von BlaBlaCar wird mit knapp 50 angegeben. Eigene Omnibusse hat BlaBlaCar nicht, diese stellten Partnerunternehmen. Von Paris aus steuerte BlaBlaCar in Deutschland unter anderem Köln, Düsseldorf, Stuttgart, München und Frankfurt an.
Nicolas Brusson, CEO und Mitgründer von BlaBlaCar treibt die Vision vom geteilten Reisen an. Vor vier Jahren erklärte er, dass ein neues Reisenetzwerk mit über 70.000 möglichen Abfahrtsorten und stark ausgebauten Busverbindungen dabei helfen werde, leere Sitzplätze zu füllen. In Europa werden Fernreisen zu 76 % mit dem Auto zurückgelegt. Hierbei sitzen im Durchschnitt 1,9 Personen in einem Fahrzeug. Durch Mitfahrgelegenheiten in der BlaBlaCar-Community könne diese Zahl auf 3,9 Personen angehoben werden.
Nachdem das Busgeschäft während des Corona-Lockdowns eingestellt worden war, hatte das Reisenetzwerk die Krise gut überstanden und konnte 70 % der Fahraktivitäten für Mitfahrgelegenheiten aufrechterhalten. Danach kam das Segment der Fernbusfahrten unter dem Dach von BlaBlaCar nicht wieder so richtig in Schwung. „Unser Fernbusangebot ergänzt das große Angebot an Fahrgemeinschaften und bietet eine ganzheitliche Lösung für den Intercity-Straßenverkehr.“, so Nicolas Brusson ganz optimistisch 2022.(BlaBlaCar/PM/Sr)
Der Beitrag BlaBlaCar ohne Bus erschien zuerst auf omnibus.news.
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