Das U Shift System kombiniert eine fahrende Plattform mit austauschbaren Kapseln für unterschiedliche Anwendungen. Foto: KIT/Amadeus Bramsiepe
Für die Prototypen gab es eine eigene Halle neben dem DLR-Pavillon. Foto: Schreiber
Der U-Shift-Prototyp mit Fahrerstand nimmt die Konsole auf, mit der das Fahrzeug auch manuell gesteuert werden kann. Foto: Schreiber
Ist das U-Shift fahrerlos unterwegs, kann über Monitore und Kameras kommuniziert. Foto: Schreiber
Das Stehperron im Heck ist mit einer elektrischen Rampe ausgestattet. Foto: Schreiber
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Universität Ulm und das Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS) haben eine neue Generation des modularen Fahrzeugkonzepts U-Shift vorgestellt. 2023 war das Konzept auf der Bundesgartenschau in Mannheim im Einsatz präsentiert worden und Besucher konnten sich am DLR-Pavillon über nachhaltige Mobilität und Logistik von morgen informieren. Im Rahmen des praxisnahen Forschungsbetriebs war ein Prototyp des Fahrzeugkonzepts für ein halbes Jahr auf dem Gelände der Bundesgartenschau unterwegs. Rund 10.000 Personen fuhren mit und legten insgesamt 2.800 Kilometer zurück.
Das U-Shift-Projekt, an dem eine Vielzahl von Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft beteiligt und Bürgerinnen und Bürger eng eingebunden waren, konzentriert sich auf die Entwicklung und Erprobung von innovativen Technologien und Konzepten für eine umweltfreundliche und effiziente Mobilität vor allem im urbanen Raum. Im prototypisierten Fahrzeug sind zahlreichen Sensoren wie Kameras, Radar und Laser eingebaut, die dafür Sorge tragen, dass sich das autonom fahrende Fahrzeug auf der Fahrbahn und in der Umgebung zurechtfindet. Erforderlich ist dafür ein fein kalibriertes Zusammenspiel von Steuerung, Sensorik und Software. Ob als On-demand-Shuttle, Hightech-Rufbus, als flexibles Verteilzentrum für Güter und Pakete oder als mobiles Verkaufsgeschäft – das futuristische Fahrzeugkonzept U-Shift bringt frischen Wind in Mobilität und Logistik.
Hinter der Entwicklung des Fahrzeugkonzepts stehen Forschungseinrichtungen und Universitäten im Südwesten Deutschlands unter Leitung des Instituts für Fahrzeugkonzepte des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Am 18. Juni 2026 gaben die Forschenden einen weiteren Einblick in ihre Arbeiten: Im Projekt U-Shift II haben sie das Fahrzeugkonzept an zentralen Punkten weiterentwickelt und die dafür notwendigen Technologien erprobt. Wie sein Vorgängerprojekt wurde auch U-Shift II vom Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg mit rund 10 Millionen Euro gefördert. Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut hob die große Bedeutung des Projekts für den Technologietransfer hervor:
„U-Shift II zeigt: Baden-Württemberg hat das Potenzial, bei den Fahrzeug- und Mobilitätskonzepten der Zukunft ganz vorne mitzuspielen. Entscheidend ist jetzt, Innovationen schneller auf die Straße zu bringen.“ Zentrales Merkmal des U-Shift-Konzepts ist sein modularer Aufbau: Dafür kombiniert das Fahrzeug eine u-förmige Antriebseinheit, das sogenannte Driveboard, mit kapselförmigen Aufbauten für den Transport von Personen und Gütern. Das Driveboard umfasst die technischen Komponenten und Systeme, um autonom, elektrisch und damit leise unterwegs zu sein. Für maximale Wirtschaftlichkeit ist es möglichst rund um die Uhr im Einsatz.
Die wesentlich günstiger zu fertigten Kapseln lassen sich für eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten auslegen. Im Fokus standen das Driveboard und das hochpräzise Rangieren und Koppeln von Driveboard und Kapseln. Letztere sind zentrale Funktionen, um das modulare Konzept überhaupt möglich zu machen. Für Forschungszwecke wurde dazu ein weiterer Prototyp des Driveboards aufgebaut, der automatisiert fährt. Zum Einsatz kommt ein batterie-elektrischer Antrieb mit Radnaben-Motoren. Mit diesem neuen Prototypen führte das Projektteam automatisierte Fahrmanöver durch und konnte zum Beispiel insbesondere erfolgreich den automatisierten Wechsel von Kapseln zeigen.
„Im Projekt U-Shift II haben wir viele neue Erkenntnisse gewonnen, um modulare, automatisierte Fahrzeugkonzepte und die damit verbundenen Technologien voranzubringen.“, bilanzierte Prof. Meike Jipp, DLR-Bereichsvorständin Energie und Verkehr. Das Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg hat das Projekt mit 10 Millionen Euro gefördert. Davon gingen rund 1,7 Millionen Euro an das KIT. Ab Mitte 2027 wird das Mobilitätskonzept mit der Testflotte im Braunschweiger Stadtteil Schwarzer Berg über mehrere Wochen erprobt. Dabei werden die Fahrzeuge des DLR den öffentlichen Nahverkehr ergänzen und Fahrten im Bereich der Kurier-, Express- und Paketlogistik übernehmen. Beteiligt am Projekt sind auch Unternehmen der Mobilitätsbranche, der Verkehrswirtschaft und Logistik. (DLR/KIT/PM/Sr)
Der Beitrag U-Shift II ab 2027 im Test erschien zuerst auf omnibus.news.
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