Wiking liefert mit den Juni 2026-Neuheiten einen nicht ganz vorbildgerechten WM-Bus aus… Foto: Wiking
Wiking hat pünktlich zur laufenden Fußball-Weltmeisterschaft mit den Juni-Neuheiten einen Teambus mit Historie aufgelegt. Das große Vorbild ist im Raum Collection 4 des Mercedes-Benz Museums in Stuttgart zu finden: ein Reisebus der Baureihe Mercedes-Benz O 302. Seine markante Gestaltung mit dem Logo „WM 74“, der Aufschrift „BR Deutschland“ sowie den Landesfarben Schwarz, Rot und Gold erinnert an seinen einstigen Einsatz als Mannschaftsbus der westdeutschen Nationalelf bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1974. Das Turnier fand vom 13. Juni bis 7. Juli 1974 in der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin statt. Insgesamt nahmen 16 Nationen teil, denen Mercedes-Benz jeweils einen O 302 für sämtliche Fahrten zur Verfügung stellte.
Die Busse waren in den jeweiligen Landesfarben gestaltet und trugen den Namen des Teilnehmerlandes. Auf dem Dach flatterten zudem die Nationalflaggen der Mannschaften. „Einer für alle“ – dieses Motto beschreibt den Mercedes-Benz O 302 treffend. Ob Stadtlinienbus, Überlandwagen oder Reisebus: Der Omnibus mit dem Stern war ein echter Alleskönner und zugleich der letzte seiner Art, bevor die zunehmende Spezialisierung im Omnibusbau einsetzte. Der O 302 löste bei seiner Vorstellung im Mai 1965 den erfolgreichen O 321 H ab. Die Erwartungen an den Nachfolger waren hoch, schließlich war der O 321 H mit mehr als 20.000 gebauten Exemplaren in 13 Jahren ein großer Verkaufserfolg.
Während der Vorgänger mit seinen Rundungen und kleinen Fenstern noch den Stil der 1950er-Jahre verkörperte, präsentierte sich der O 302 in der klaren Formensprache der 1960er-Jahre. Trotz des leicht gewölbten Dachs und Hecks dominierte die kubische Grundform mit steiler Front, großen Fensterflächen, schmalen Fenstersäulen und einer großzügigen Heckscheibe. Verchromte Fensterrahmen unterstrichen den gehobenen Anspruch des Reisebusses. Der O 302 entstand in der Zeit des Wirtschaftswunders – einer Epoche, in der Mobilität und Repräsentation gleichermaßen an Bedeutung gewannen. An die 1950er-Jahre erinnerten lediglich die markanten Scheuer- und Zierleisten.
Ein umlaufendes Chromband fasste die Front ein, während eine breite Leiste oder ein Farbstreifen entlang der Seiten den Bus optisch streckte und ihm ein harmonisches Erscheinungsbild verlieh. Viele Jahrzehnte später machte sich Daimler auf die Suche nach einem originalen WM-Teambus von 1974. Die Spuren führten bis nach Afghanistan, in Staaten der ehemaligen Sowjetunion und sogar nach Indonesien. Der Mercedes-Benz O 302 erwies sich als echter Weltenbürger und blieb vielerorts bis ins hohe Alter im Einsatz. Der originale WM-Bus der deutschen Nationalmannschaft jedoch blieb verschollen. Deshalb entstand für das Mercedes-Benz Museum ein originalgetreuer Nachbau, der heute an die Fußball-Weltmeisterschaft 1974 erinnert.
Und Wiking springt mit den Juni-Neuheiten auf diesen Zug auf. Aber: Das markante Logo fehlt! Das Logo der WM 74 außen auf dem Bus stellte einen stilisierten rollenden Fußball dar. Vom Heck grüßten die Maskottchen der westdeutschen Mannschaft: Tip und Tap, zwei lachende Jungen mit roten Bäckchen im schwarz-weißen DFB-Dress. Auch die sind auf dem Modellbus nicht zu finden… Tip und Tap stammten vom Saarbrücker Grafiker Horst Schäfer. Es gab die Maskottchen damals unter anderem als Plüschfiguren, Schlüsselanhänger, auf Krawatten, Kinderschlafanzügen, Bierkrügen und Senfgläsern… Einen entsprechenden Modellbus gab es 1974 aber noch nicht. (Daimler Truck/Wiking/PM/Sr)
Der Beitrag Teambus mit Historie erschien zuerst auf omnibus.news.
Keine Antworten