Mit dem Edificio Metrópolis im Hintergrund ist klar: Farizon feiert die Europapremiere des C12E in Madrid. Foto: Farizon, Schreiber; Montage: omnibus.news
Beim Interieur für Europa orientiert sich der chinesische Bushersteller am Status Quo des Marktes… Foto: Farizon
Das Portfolio der BEV-Busse von Farizon bietet unterschiedliche Gefäßgrößen, für den APAC-Raum gibt es auch einen BEV-Doppeldecker. Foto: Farizon
Von der chinesischen Ausführung des Farizon C12E gibt es auch schon einen Modellbus in 43-facher Verkleinerung, die auch die Antriebstechnik detailliert nachbildet. Foto: Schreiber
Der chinesische Bushersteller Farizon kündigt zur FIAA 2026, die vom 22. bis 24. September in Madrid stattfindet, seinen offiziellen Markteintritt in Europa an. Zunächst will das Unternehmen auf dem spanischen Markt starten. Auf der Fachmesse präsentiert Farizon den C12E, einen batterieelektrischen Stadtbus, wie das Unternehmen gegenüber omnibus.news erklärte. Farizon ist dabei keineswegs ein kleiner, unabhängiger chinesischer Bushersteller, sondern Teil eines der großen chinesischen Automobilkonzerne:
Die Marke ist die Nutzfahrzeugsparte der Geely Holding Group. Geely gründete Farizon 2016. Zu den ersten Fahrzeugen der Marke gehörten bereits ein Elektro-Nutzfahrzeug und ein Stadtbus. Heute entwickelt Farizon Fahrzeuge und Antriebskonzepte mit elektrischen und alternativen Antrieben für Transporter, Lkw, Stadt- und Reisebusse. Mit dem C12E präsentiere man für den europäischen Markt einen Elektrobus, der das Engagement des Unternehmens für eine nachhaltigere, effizientere und innovativere Mobilität widerspiegele, so Farizon gegenüber omnibus.news.
Das Unternehmen positioniere sich ausdrücklich als Anbieter von New-Energy-Nutzfahrzeugen. Der Schwerpunkt liege dabei auf batterieelektrischen Fahrzeugen, zugleich bietet Farizon aber auch Fahrzeuge mit Methanol- und Wasserstofftechnologien an. Der C12E gehört zu einer Stadtbusfamilie, die als Low-Floor- beziehungsweise Niederflurbus konzipiert ist. Die Modellbezeichnung C12E steht für eine Fahrzeuglänge von rund zwölf Metern. In China bietet Farizon die Baureihe außerdem in Varianten mit sechs, acht und zehn Metern Länge an.
Das Antriebskonzept für den europäischen Markt soll in Abstimmung mit den jeweiligen Betreibern konfiguriert werden. Reichweiten von mindestens 300 Kilometern seien problemlos darstellbar, erklärt Farizon. Je nach gewählter Batteriekonfiguration seien auch höhere Reichweiten möglich. Zur Verfügung stehen unter anderem Varianten mit Batteriekapazitäten von etwa 350 bis mehr als 400 kWh. Zum Einsatz kommen dabei unter anderem Akkus von CATL. Beim Antrieb setzt Farizon auf einen direkt angetriebenen, flüssigkeitsgekühlten Permanentmagnet-Synchronmotor. Ein integrierter Controller soll für eine stufenlose und ruckfreie Beschleunigung sorgen.
Nach Angaben des Herstellers hat der C12E bereits die für den europäischen Markt erforderlichen, aus Sicht Farizons besonders anspruchsvollen Zertifizierungstests bestanden. Zur Premiere in Madrid soll das Fahrzeug bereits über ein EU-typisches Gesamtfahrzeugzertifikat (WVTA) verfügen. Der Markteintritt in Spanien und damit der Start im europäischen Busmarkt erfolgt zunächst mit dem C12E. Die im chinesischen Programm verfügbaren Modelle C6E, C8E und C10E könnten abhängig von der Nachfrage zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls angeboten werden.
Neben batterieelektrischen Stadtbussen hat Farizon unter anderem auch batterieelektrische Überland- und Reisebusse im Programm. Der batterieelektrische Doppeldecker bleibt dagegen zunächst dem APAC-Raum vorbehalten. Ob und wann weitere Modelle auf europäischen Straßen zum Einsatz kommen, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Mit Blick auf die eigene Unternehmensgeschichte verweist Farizon auf seine Erfahrung im Bereich der elektrifizierten und alternativen Nutzfahrzeuge. Nach eigenen Angaben bietet das Unternehmen seit 2016 entsprechende Fahrzeuge an und konnte bis 2025 kumuliert mehr als 500.000 Fahrzeuge verkaufen.
Seit 2026 ist Farizon zudem offiziell in Deutschland vertreten – bislang allerdings ausschließlich mit Pkw und Transportern. Parallel zum Markteintritt baut Farizon nach eigenen Angaben derzeit eine europäische Organisations- und Serviceinfrastruktur auf. Für Deutschland gibt es bereits ein Ersatzteillager für Pkw und Transporter; zugleich wird ein Händler- und Servicenetz aufgebaut. Damit unterscheidet sich Farizon von einigen chinesischen Herstellern, die zwar Fahrzeuge auf dem europäischen Markt anbieten, bislang jedoch nur über eingeschränkte After-Sales-Strukturen verfügen.
Gerade im Nutzfahrzeug- und Busbereich ist eine belastbare Ersatzteil- und Serviceorganisation für Betreiber ein entscheidender Faktor. Ob und wann batterieelektrische Stadtbusse auch in Deutschland angeboten werden, ist derzeit noch offen. Farizon erklärte gegenüber omnibus.news, dass man den gesamten europäischen Markt im Hinblick auf das Segment der batterieelektrischen Busse (BEV) beobachte und analysiere. (Farizon/Geely/omnibus.news/PM/Sr)
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