ZF kündigt für die Bus2Bus eine Software zum Monitoring und zur vorausschauenden Wartung von E-Antriebssträngen an. Foto: ZF
Bei dem Wort Überwachung zuckt die Busbranche immer wieder, denn Ende 2025 wurde mitunter hitzig über die Sicherheit von elektrischen Bussen aus China diskutiert. Tests in Norwegen hatten ergeben, dass Yutong-Busse über Software- und Diagnosezugänge verfügen, die – theoretisch – Fernzugriffe auf zentrale Steuerungssysteme ermöglichen könnten. Für einen Test schickte Ruter AS, ein Verkehrsbetrieb für den öffentlichen Nahverkehr in Oslo und der Region Akershus, einen Elektrobus ins Bergwerk. Der chinesische Bushersteller könne über digitale Zugänge für Updates und Diagnosen verfügen.
Nach einem ersten Aufschrei haben die norwegischen Tests gezeigt, dass solche Fernzugriffe technisch denkbar sind, nicht aber, dass sie bereits missbraucht worden wären. Yutong selbst wies die Vorwürfe einer geheimen Fernsteuerung umgehend zurück und betonte, dass weder Lenkung, Bremsen noch Beschleunigung manipuliert werden könnten. Die Zugänge, so Yutong, würden allein der Wartung und Optimierung der Elektrobusse dienen. Warum also die enorme Empörung – speziell
bei Bussen?
Schließlich sind vernetzte Geräte und über „over-the-air“ Software-Updates (OTA) laufende Systeme längst Standard in der Auto- und Mobilitätsindustrie: Elektroautos europäischer Hersteller oder beispielsweise auch Smart-Phones sowie -TVs besitzen ähnliche Schnittstellen. Doch bei anderen smarten Elektroartikeln aus China wird selten öffentlich diskutiert, ob und wie Datenverbindungen missbraucht werden könnten – trotz ähnlicher Risiken mit Blick auf Datensammlung und Software-Abhängigkeiten.
Jetzt erweitert ZF das Angebot an E-Bus-Komponenten und kündigt für die Bus2Bus in Berlin eine neue Software zum Monitoring und zur vorausschauenden Wartung von Antriebssträngen an. Das System werde zunächst mit der elektrischen ZF-Portalachse AxTrax 2 LF kompatibel sein, so ZF. Die Health-Check-Software von ZF analysiert Daten aus dem Antriebsstrang in Echtzeit für Flottenbetreiber und Fahrzeughersteller. Die Softwarelösung ermögliche damit eine vorausschauende Zustandsüberwachung, so der Hersteller.
Und weiter: Sie erhöhe die Fahrzeugverfügbarkeit und senke durch frühzeitige Fehlererkennung und vorausschauende Wartungshinweise die Gesamtbetriebskosten, so ZF im Vorfeld der Fachmesse. Ebenfalls gezeigt wird der elektrische Zentralantrieb CeTrax 2 dual für Überland- und Reisebusse. Mit einer Dauerleistung von bis zu 380 kW und einem Wirkungsgrad von mindestens 94,5 Prozent sei das System nun für anspruchsvolle Langstreckeneinsätze ausgelegt und auf hohe Performance optimiert, so ZF.
Ergänzt wird das Portfolio am Messestand durch die neue angetriebene Hinterachse A134. Sie wurde entwickelt, um den höheren Gewichts- und Drehmomentanforderungen von künftigen Fahrzeugplattformen – sowohl konventionell als auch elektrifiziert – gerecht zu werden. Die Achse bietet verbesserte Rekuperationsfähigkeit und ein reduziertes Gewicht bei gleichzeitiger Kompatibilität mit bestehenden Einbaupunkten. (ZF/PM/Sr)
Der Beitrag Zustandsüberwachung erschien zuerst auf omnibus.news.
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