Solaris: Preview Urbino 40

Preview auf den Soalris Urbino electric 40. Für den nordamerikanischen Markt mit dem typischen Fahrradträger… Foto: Solaris

Trotz aller Anpassungen bleibt der Urbino 40 electric eindeutig ein Mitglied der Urbino-Familie. Foto: Solaris

Am 5. Oktober 2026 blickt die Buswelt nach Chicago: Auf der APTA TRANSform & EXPO präsentiert Solaris erstmals seine eigens für den nordamerikanischen Markt entwickelte Elektrobus-Familie. Die größte Fachmesse für den öffentlichen Nahverkehr in Nordamerika findet vom 4. bis 7. Oktober 2026 in Chicago statt. Organisiert wird die Veranstaltung von der American Public Transportation Association (APTA). Nach Angaben der Organisatoren kamen bei der vergangenen Ausgabe mehr als 12.000 Menschen zusammen, die sich mit der Zukunft der Mobilität in den USA und Nordamerika beschäftigen.

Das Programm umfasst Fachvorträge und Keynotes, eine umfangreiche Ausstellung sowie zahlreiche Networking-Formate. Im Mittelpunkt stehen die wichtigsten Herausforderungen und Chancen des öffentlichen Verkehrs in den USA. „Der öffentliche Verkehr gehört zu den wirkungsvollsten Investitionen, die Kommunen tätigen können“, sagte Paul P. Skoutelas, Präsident und CEO der APTA, im Vorfeld der Veranstaltung. Nach Angaben des Verbandes erzeugt jeder in den öffentlichen Verkehr investierte Dollar eine Wirtschaftsleistung von fünf Dollar.

Erste Fotos aus Polen

Solaris zeigt nun nach ersten computergenerierten Bildern auch erste Fotos beziehungsweise markante Ausschnitte der ersten drei in Bolechowo gebauten Elektrobusse. Die Fahrzeuge befinden sich derzeit auf dem Seeweg in die USA. Für den nordamerikanischen Markt misst der Solobus 40 Fuß beziehungsweise 12,19 Meter – daher der Name Urbino 40 electric. Die eigens entwickelte Elektrobusfamilie umfasst zunächst zwei Varianten: Neben dem Solobus bietet Solaris eine 60 Fuß (rund 18,28 Meter) lange Gelenkbus-Ausführung an.

Solaris betont, dass die amerikanische Urbino-Familie weit mehr sei als eine einfache Anpassung der europäischen Fahrzeuge. So wurde die Karosserie vollständig neu konstruiert. Der Urbino 40 electric verfügt über einen längeren Radstand als die europäischen Baumuster. Auch der Fahrgastraum folgt dem in Nordamerika üblichen Low-Entry-Konzept. Dafür war eine komplett neue Rahmenstruktur erforderlich. Die ersten Urbino 40 electric werden noch in Polen gefertigt. Perspektivisch ist jedoch eine vollständige Produktion in den USA vorgesehen.

Fahrradträger gehört dazu

Die ersten offiziellen Fotos des Urbino 40 electric zeigen bereits zahlreiche Details, die speziell auf die Anforderungen und Betriebsgewohnheiten des nordamerikanischen Marktes zugeschnitten sind. Dazu gehören unter anderem ein robuster, energieabsorbierender Stoßfänger und ein an der Front montierter Fahrradträger. Was für europäische Augen zunächst ungewohnt wirkt, ist in den USA und Kanada längst Standard: Fahrräder werden bei vielen Stadtbussen außen an der Front des Fahrzeugs transportiert. Dadurch bleibt der Innenraum frei und kann vollständig für Fahrgäste genutzt werden.

Das hat praktische und sicherheitsrelevante Gründe. Fahrräder im Fahrgastraum könnten Gänge oder Notausgänge blockieren. Bei einer Vollbremsung würden sie zudem zu gefährlichen Geschossen. Beim Frontträger kann der Fahrgast sein Fahrrad dagegen innerhalb weniger Sekunden selbst aufsetzen. Der Fahrer muss dafür weder Klappen noch Rampen bedienen. Weil der Fahrradträger unmittelbar vor der Windschutzscheibe angebracht ist, hat der Fahrer die Fahrräder zudem ständig im Blick. Das erschwert Diebstähle und hilft auch dabei, dass kein Fahrgast sein Fahrrad vergisst. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Barrierefreiheit: Der Innenraum bleibt frei für Rollstühle und Kinderwagen.

Urbino bleibt Urbino

Es gibt noch zahlreiche weitere Punkte, in denen sich der Urbino 40 electric von seinen europäischen Verwandten unterscheidet. Dem Designerteam um Jens Timmich ist es dennoch gelungen, die Identität der Urbino-Familie zu bewahren. Trotz aller Anpassungen bleibt der Urbino 40 electric eindeutig ein Mitglied der Urbino-Familie. Und die ist in den USA und Kanada durchaus bereits bekannt: Noch vor der offiziellen Markteinführung meldet Solaris mehr als zehn Bestellungen aus den USA. Das dürfte nicht zuletzt damit zusammenhängen, dass Solaris bereits an einer Produktionsbasis in den Vereinigten Staaten arbeitet.

„Buy America“ macht lokale Produktion notwendig

Der polnische Bushersteller gehört zur CAF Group. Diese montiert in Elmira im US-Bundesstaat New York bereits Schienenfahrzeuge. Eine lokale Fertigung ist für Solaris auf dem nordamerikanischen Markt von großer Bedeutung: Ohne die Einhaltung der „Buy America“-Vorgaben wären die Elektrobusse für viele öffentliche Förderprogramme nicht förderfähig. Solaris hat zudem bereits ein Fahrzeug für das Altoona Bus Testing Program gebaut. Die in den USA vorgeschriebenen Tests sind eine wichtige Voraussetzung für die Zulassung eines neuen Busmodells auf dem amerikanischen Markt.

Jetzt steht jedoch zunächst die Weltpremiere an. Am 5. Oktober 2026 will Solaris die Präsentation des Urbino 40 electric in Chicago per Livestream übertragen. Damit können auch alle, die nicht vor Ort sind, bei der Premiere der neuen nordamerikanischen Urbino-Familie dabei sein. (Solaris/PM/Sr)

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