Quo vadis, Ebusco?

Ebusco informierte am 16.06.2026 über erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der Fortführung des Geschäftsbetriebs. Foto: Ebusco

Ebusco blickt weiterhin in eine unsichere Zukunft. Der niederländische Elektrobuspionier berichtete am 16. Juni 2026 im Rahmen seiner Hauptversammlung zwar über Fortschritte bei der Restrukturierung und der Sicherung der Liquidität, verwies jedoch zugleich deutlich auf erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der Fortführung des Geschäftsbetriebs. Zum 31. Mai 2026 lag der Auftragsbestand bei 225 Elektrobussen. Davon entfielen jedoch lediglich 107 Fahrzeuge auf feste Bestellungen; die übrigen 118 Busse stammen laut Ebusco aus Abrufaufträgen.

In den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 lieferten die Niederländer lediglich zwölf Busse aus. Nach Unternehmensangaben sollen die verbleibenden festen Aufträge überwiegend in der zweiten Jahreshälfte abgearbeitet werden. Nicht berücksichtigt sind dabei 14 bereits stornierte Busse sowie mögliche Neuaufträge. Auch zur finanziellen Situation gab Ebusco Einblicke: In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 beliefen sich die durchschnittlichen monatlichen operativen Aufwendungen ohne Materialkosten auf rund 4,3 Millionen Euro.

Im Geschäftsjahr 2025 hatten sie noch bei etwa 6,05 Millionen Euro pro Monat gelegen. Nach Angaben des Unternehmens wurde die Kostenbasis gegenüber 2024 um rund 55 Prozent reduziert. Zum 31. Mai 2026 beschäftigte Ebusco noch 261 Vollzeitkräfte. Zur Unterstützung der Produktion hatte das Unternehmen bereits Anfang April ein Working-Capital-Paket im Umfang von rund 27,4 Millionen Euro angekündigt. Darin enthalten sind laut Ebusco 10,65 Millionen Euro Unterstützung durch einen asiatischen Lieferkettenpartner für die Beschaffung von Komponenten und Bauteilen.

Aus Asien soll auch weitere Unterstützung kommen: Ebusco teilte mit, an einer zusätzlichen Entlastung des Umlaufvermögens zu arbeiten. Geplant ist der Verkauf bestimmter Teile an einen chinesischen Auftragsfertiger im Zusammenhang mit einem konkreten Auftrag. Das Volumen bezifferte das Unternehmen auf rund 2,0 Millionen Euro. Darüber hinaus bemüht sich Ebusco um die Einrichtung einer Akkreditivfazilität gemeinsam mit einer internationalen Großbank sowie einem Lieferanten und/oder strategischen Partner. Die Umsetzung wird noch vor Ende Juli 2026 angestrebt.

Ob diese Maßnahmen tatsächlich zustande kommen, bleibt jedoch ungewiss – und damit auch die Zukunft des Unternehmens. Als Grund nennt Ebusco Verzögerungen bei der Umsetzung der bereits angekündigten Working-Capital-Unterstützung. Zudem informierte das Unternehmen darüber, dass Gespräche mit mehreren strategischen Interessenten geführt werden. Dabei geht es unter anderem um mögliche Transaktionen im Busgeschäft sowie in anderen Unternehmensbereichen. Die bislang vorliegenden Interessensbekundungen seien jedoch noch unverbindlich. (Ebusco/PM/Sr)

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