E-Busse legen weltweit zu

Weltweit überschritt die Zahl der Elektro-Busse und -Lkw im Jahr 2025 die Marke von einer halben Million Einheiten, wie ICCT ermittetekt hat. Foto: omnibus.news, Yutong; Montage: omnibus.news

Weltweit überschritt die Zahl der Elektro-Busse und -Lkw im Jahr 2025 die Marke von einer halben Million Einheiten, wie International Council on Clean Transportation (ICCT), eine gemeinnützige Organisation mit der Aufgabe, von Lobbyisten unbeeinflusste Forschung zu betreiben und technische und wissenschaftliche Analysen für Umweltbehörden zu erstellen, jetzt mitteilt. Die Verkaufszahlen verdoppelten sich nahezu (+86 %) – und das bereits im zweiten Jahr in Folge –, wobei dieser Anstieg maßgeblich durch den Absatz von Elektro-Lkw in China getrieben wurde.
Auch in anderen wichtigen Märkten nahm die Dynamik zu: Die Europäische Union, Indien, Brasilien und das Vereinigte Königreich verzeichneten zweistellige Zuwachsraten, die vor allem auf den Ausbau der Elektrobusflotten zurückzuführen waren. In den USA hingegen blieb das Wachstum mit rund 2 % trotz regulatorischer Rückschritte eher verhalten. Auf China entfielen fast 90 % des weltweiten Absatzes von Elektro-Lkw und -Bussen; das Land verzeichnete ein beeindruckendes Wachstum in den Segmenten für mittelschwere und schwere Lkw, in denen sich die Verkaufszahlen innerhalb von zwei Jahren mehr als verfünffachten.
Sinkende Batteriekosten und eine starke lokale Förderpolitik haben laut einer heute vom International Council on Clean Transportation (ICCT) veröffentlichten Studie die Elektrifizierung dieser Segmente vorangetrieben. „In einem Sektor, der traditionell durch geringe Gewinnspannen geprägt ist, zeichnet sich zunehmend die langfristige wirtschaftliche Vorteilhaftigkeit batterieelektrischer Lkw ab – und China liefert hierbei wichtige Erkenntnisse. Batterieelektrische Lkw bieten Vorteile bei den Betriebskosten, die das Argument für die Elektrifizierung von Lkw äußerst überzeugend machen“, erklärte Shiyue Mao, ICCT-Forscherin und Hauptautorin des Berichts.
Batterieelektrische Busse, die 2025 einen Anteil von 17 % am weltweiten Busabsatz ausmachten, führen in den meisten Regionen den Wandel hin zur Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen an. Ohne Berücksichtigung Chinas und der USA entfiel mehr als die Hälfte (56 %) der Verkäufe von emissionsfreien mittelschweren und schweren Nutzfahrzeugen auf batterieelektrische Busse; dabei lagen die Europäische Union und Indien mit rund 9.800 bzw. 5.000 Einheiten mengenmäßig an der Spitze. Weltweit verzeichnete Chile das stärkste Wachstum beim Absatz batterieelektrischer Busse (+299 %), angetrieben durch eine langfristige Strategie zur Elektrifizierung des Stadtbusverkehrs.
Der Marktanteil sprang von 26 % im Jahr 2024 auf 45 % im Jahr 2025. Weitere deutliche Zuwächse verzeichneten Kanada (+188 %), Brasilien (+161 %) und Thailand (+34 %). „Der Erfolg Chiles bei Elektrobussen zeigt, dass sich die Elektrifizierung nicht auf bestimmte Regionen beschränkt. Trotz Regierungswechseln hält die Hauptstadt Santiago seit über einem Jahrzehnt an der Elektrifizierung ihrer Flotte fest – und kombiniert dabei öffentliche Aufträge mit Importregelungen, die in- und ausländische Investoren anziehen. Das Ergebnis: kostengünstigerer Verkehr und sauberere Luft für die Bevölkerung“, sagt Felipe Rodríguez, Programmdirektor für Nutzfahrzeuge beim ICCT.
Im Gegensatz zum Busmarkt blieb der Absatz batterieelektrischer Lkw relativ niedrig und erreichte – ohne China – rund 41.000 verkaufte Einheiten. Dennoch zeigten sich in einigen Regionen die Auswirkungen kürzlich verabschiedeter politischer Maßnahmen, einer breiteren Modellpalette und zunehmend günstigerer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen für weitere Fahrzeugsegmente. In den USA erreichte der Absatz von Elektro-Lkw rund 24.500 Einheiten – vorwiegend mittelschwere Lieferfahrzeuge –, was einem Anstieg von 5 % gegenüber 2024 entspricht, während die Verkaufszahlen bei schweren Lkw leicht zurückgingen.
Insgesamt blieb der Absatz unverändert, trotz der Abkehr von wichtigen Regelungen wie den „Phase 3“-Treibhausgasnormen und dem Verzicht einiger Bundesstaaten auf die Umsetzung der „Advanced Clean Trucks“-Vorgabe. In der Europäischen Union stieg der Absatz von Elektro-Lkw im Jahr 2025 um 71 % und erreichte einen Marktanteil von 4,5 %. Dieser Anstieg wurde durch die im Juli 2025 erstmals eingeführten CO2-Emissionsziele für Lkw-Hersteller begünstigt, die eine Reduzierung um 15 % vorschreiben. Der Marktanteil bei mittelschweren Lkw verdoppelte sich von rund 10 % im Jahr 2024 auf 21 % im Jahr 2025.
Im Vereinigten Königreich, wo die politische Unterstützung durch die Diskussion über neue Absatzziele für emissionsfreie Fahrzeuge zunimmt, stieg der Absatz von Elektro-Lkw von 345 Einheiten im Jahr 2024 auf 677 Einheiten im Jahr 2025. Indien, das auf nationaler und lokaler Ebene Subventionen und Anreize für Lkw eingeführt hat, verzeichnete eine mehr als doppelt so hohe Verkaufszahl bei Elektro-Lkw: Sie stieg auf 767 Einheiten. – Ende – Hinweise für die Redaktion Die Studie des ICCT umfasst 34 Länder, auf die rund 80 % des weltweiten Gesamtabsatzes von Bussen und Lkw sowie 99 % des Absatzes von emissionsfreien Lkw und Bussen entfallen.
Zu den emissionsfreien Bussen und Lkw zählen batterieelektrische Fahrzeuge sowie Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb. Insgesamt machen batterieelektrische Antriebe 98 % des weltweiten Absatzes emissionsfreier Fahrzeuge aus. Der Begriff bzw. die Kategorie „Busse“ umfasst Stadtbusse und Überlandbusse (inkl. Reisebusse), während „Lkw“ sowohl mittelschwere als auch schwere Lastkraftwagen
umfasst. Zu den mittelschweren Lkw zählen auch Transporter, die vorwiegend gewerblich genutzt werden. Daten zu Bussen aus den USA wurden bei der Berechnung des weltweiten Marktanteils von Bussen nicht berücksichtigt, da die Datenlage zu Stadtbusmodellen unvollständig war, so ICCT. (ICCT/omnibus.newsPM/Sr)

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