Der EGUM‑Bericht der Europäischen Kommission fasst die wichtigsten Herausforderungen zusammen, denen sich Bus- und Reisebusunternehmen beim Zugang zu europäischen Städten gegenübersehen. Foto: Schreiber
Der neue EGUM-Bericht („City Access for Businesses“) der EU beschäftigt sich eingehend mit Zugangsbeschränkungen für Reisebusse und bewertet diese als eines der zentralen Probleme im Städtetourismus. Immer mehr Städte führen Umwelt- und Nullemissionszonen ein, wodurch klassische Dieselreisebusse zunehmend ausgeschlossen werden. Dies führt zu erheblichen Herausforderungen, da lokal emissionsfreie Reisebusse bislang kaum verfügbar sind und voraussichtlich erst in zwei bis drei Jahren in größerer Zahl eingesetzt werden können.
Laut EGUM-Bericht schreitet die Regulierung schneller voran, als die technische Umstellung möglich ist. Zudem dürfen Omnibusse in vielen Städten nicht mehr direkt in die Stadtzentren fahren. Halte- und Parkzonen werden reduziert oder an den Stadtrand verlegt und sind häufig kostenpflichtig. Dies führt zu längeren Wegen für die Fahrgäste und erschwert den Zugang zu touristischen Attraktionen. Besonders problematisch ist dies für ältere oder mobilitätseingeschränkte Personen. Darüber hinaus wird der Zugang durch administrative Vorgaben zunehmend komplizierter.
Unterschiedliche Regelungen in den einzelnen Städten – etwa Buchungssysteme für Einfahrten, Zeitfenster sowie Gebühren und Genehmigungen – erschweren die Planung erheblich. Eine einheitliche Regelung auf EU-Ebene fehlt bislang, was den organisatorischen Aufwand erhöht und das Risiko von Verstößen und damit verbundenen Strafen steigert. Auch politische Faktoren und Imageprobleme spielen eine Rolle: In vielen Städten werden Reisebusse mit Massentourismus in Verbindung gebracht und daher gezielt eingeschränkt oder verdrängt.
Gleichzeitig betont der Bericht, dass Omnibusse pro Person betrachtet ein vergleichsweise effizientes und klimafreundliches Verkehrsmittel darstellen, dessen Vorteile politisch häufig unterschätzt werden. Insgesamt kommt der EGUM-Bericht zu dem Schluss, dass Zugangsbeschränkungen zu den größten aktuellen Herausforderungen für den Reisebussektor zählen. Der Bericht soll – dank der Beteiligung der IRU – nun das Bewusstsein der EU‑Kommission für die Bedeutung des Busverkehrs stärken. Der neue EGUM‑Bericht der Europäischen Kommission steht hier kostenlos zum Download (externer Link, es öffnet sich ein neues Fenster/eine neue Website) bereit. (WKO/IRU/EU/PM/Sr)
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