ShowBus: Idee wird real

Auf der InnoTrans 2026 wurde der ShowBus der traffiQ und DB Regio Bus der Öffentlichkeit vorgestellt. Foto: Binanzer

Der ShowBus erprobt einen LED-Dachhimmel, umlaufenden Displays entlang der Deckenwölbung und eine Beleuchtung mit unterschiedlichen Lichtstimmungen. Foto: Binanzer

Auch Einzelsitze für mehr Privatsphäre sowie verschiebbare Anlehnbänke gehören zum Konzept. Foto: Binanzer

Auch ein Loungebereich soll für einen Wow-Effekt sorgen. Foto: Binanzer

Auf der InnoTrans 2026 sind Omnibusse mittlerweile rar. Wenn sie dann doch den Weg nach Berlin auf die Fachmesse finden, die sich primär Produkten rund um die Schiene widmet, gibt es in der Regel eine entsprechende Verbindung zur Bahn. Beim jetzt präsentierten ShowBus ist diese Verbindung die DB Regio – die Regionalverkehrssparte der Deutschen Bahn. Als DB Regio Bus Mitte ist sie Partner der städtischen Nahverkehrsgesellschaft traffiQ in Frankfurt am Main. Mit den von traffiQ vergebenen Linienbündeln wird auch immer ein Innovationsbudget von 350.000 Euro pro jahr ausgeschrieben.

Dieses dient dazu, neuartige Leistungen zum Nutzen der Fahrgäste oder im öffentlichen Interesse umzusetzen. Voraussetzung ist, dass diese Leistungen deutlich über das Grundangebot des Verkehrsunternehmens und die in der Leistungsbeschreibung geforderten Leistungen hinausgehen. Wie das aussehen kann, zeigt der „ShowBus – Driven by Innovation“. Das innovative Fahrzeugkonzept ist das Ergebnis einer Ideensammlung von Bushersteller, Verkehrsunternehmen und Aufgabenträger – ergänzt um zahlreiche Wünsche und Anregungen der Fahrgäste.

Der jetzt in Berlin gezeigte ShowBus wurde auf Basis eines MAN Lion’s City E realisiert. Dabei sah der ursprüngliche Plan noch anders aus: Der erste ShowBus sollte gemeinsam mit Ebusco realisiert werden. Über die Konzeptphase und bunte Renderings kam das Projekt allerdings nicht hinaus. Die Idee sorgte bereits aber schon vor drei Jahren für einen Wow-Effekt: Vorgesehen war unter anderem ein Loungebereich mit LED-Dachhimmel, umlaufenden Displays entlang der Deckenwölbung und einer Beleuchtung mit unterschiedlichen Lichtstimmungen.

Hinzu kamen Einzelsitze für mehr Privatsphäre sowie verschiebbare Anlehnbänke. Auch zahlreiche Detaillösungen waren Teil des Konzepts, darunter berührungsfreie Taster. Ganz praxisnah sollte im vorderen Fahrzeugbereich zudem ein neuartiger Mesh-Sitzbezug zum Einsatz kommen. Dieser lässt sich für eine einfachere Reinigung vom Sitz abziehen und in einer handelsüblichen Waschmaschine reinigen. Auch bei der Fahrgastinformation ging das Konzept neue Wege. Anstelle der klassischen TFT-Monitore in den Mittelbereichen der Decke gibt es in mehreren Abschnitten nun LED-Pamels.

Und die sind auf Höhe der Dachvouten zusammenhängend als flexible LED-Panels angebracht. Über diese erhalten die Fahrgäste Ankunftsinformationen zu den Folgehaltestellen in Echtzeit sowie Hinweise auf entsprechende Umsteigemöglichkeiten. Darüber hinausgehende Echtzeitinformationen, die GPS-Position des Busses, Umgebungspläne oder Hinweise auf Baustellen werden über semitransparente Bildschirme dargestellt. Diese sind sowohl im Fenster an der Sondernutzungsfläche als auch vereinzelt in den Windfangscheiben nahe den Türen integriert.

Das sind nur einige der Ideen, die die kreativen Köpfe hinter dem ShowBus entwickelt hatten. Nun wurden sie – endlich möchte man meinen – in einem Lion’s City E von MAN umgesetzt und der Öffentlichkeit präsentiert. Ursprünglich sollte der ShowBus bereits Anfang 2024 realisiert, zugelassen und im Frankfurter Stadtverkehr eingesetzt werden. Nun startet er mit rund zwei Jahren Verspätung – aber immerhin: Der ShowBus ist realisiert! Die Erprobung im Linieneinsatz und die Eindrücke der Fahrgäste werden durch verschiedene Marktforschungsaktivitäten begleitet. (Binanzer/TraffiQ/DB Regio/MAN/PM/Sr)

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