Mobility Move: BEV-FCEV

Blick in die Messehalle 2 der Mobility Move 2026. Foto: omnibus.news/Schreiber

Auf der flankierenden Ausstellung der Mobility Move 2026 sind in der Messehalle 2 insgesamt 15 Omnibusse ausgestellt – vom ausgebauten Sprinter über den Midi- bis zum 18m Gelenkbus ist jede Gefäßgröße (bis auf einen Doppeldecker) vorhanden. Nur ein Omnibus hatte einen FCEV-Antrieb, der kleine City-Sprinter noch einen Dieselmotor, alle anderen großen Fahrzeuge setzten auf einen batterieelektrischen Antrieb. Ein Spiegel der Buswelt, im Sprinter-Segment bestünde nach Angaben von Tremonia noch eine große Nachfrage nach konventionellen Antrieben. BYD setzt Trends im Batterie- und Bussegment, der zuvor in Brüssel auf der Busworld gezeigte Elektrobus B12BLE feierte in Berlin seine Deutschlandpremiere.

Deutschland-Premiere: BYD stellt den B12 B LE auf der Mobility Move 2026 aus. Foto: omnibus.news /Schreiber

Der chinesische LowEntry-Elektrobus basiert auf der eBus Plattform 3.0 mit 1.000 Volt Systemspannung. Die proprietäre LFP-Blade-Batterie mit Zelle-zu-Chassis-Technologie hat eine Kapazität von bis zu 500 kWh. Mit dieser Ausstattung verspricht der chinesische Bushersteller eine Reichweite von 600–650 km Reichweite. Der Anteil chinesischer Elektrobusse in Deutschland wächst, insbesondere der von BYD. Die chinesische Marke kam bei den Neuzulassungen von Elektrobussen >8t im Jahr 2025 hinter Mercedes-Benz und MAN auf Platz 3. 

Ebusco lässt auch die Leichtbau-Elektrobusse der Baureihe 3.0 komplett in China fertigen, wie auf der Mobility Move 2026 bestätigt wurde. Foto: omnibus.news/Schreiber

Higer baut den batterieelektrischen Gelenkbus F 18 EV der Marke Fencer ohne Scania-Komponenten. Foto: omnibus.news/Schreiber

Nach der Neuausrichtung (und der Produktionsverlagerung nach China) sieht sich Ebusco für die Zukunft gut aufgestellt. Mit einem Elektrobus der 3.0-Baureihe waren die Niederländer auf der Mobility Move 2026 präsent. Auch bei Higer geht man mit der Marke Fencer neue Wege: Der chinesische Bushersteller nutzt Scania bei Elektrobussen nur noch als Vertriebspartner und verbaut dafür keine Komponenten der schwedischen Marke unter dem Dach der Volkswagen AG mehr. In Berlin steht der E 18 EV mit neuem optischen Auftritt: die Frontmaske trägt keinen Scania-Schriftzug mehr!

Der 120e V4 ist der neueste Elektrobus der Marke Ikarus, die heute in China bei CRRC gefertigt wird. Foto: omnibus.news/Schreiber

Ikarus aus Ungarn wurde von der China Railway Rolling stock Company (CRRC) übernommen. Nachdem das Werk der Traditionsmarke in Székesfehérvár und die Markenrechte übernommen wurde, wurde zunächst noch in Ungarn produziert. Der auf der Mobility Move 2026 ausgestellte Elektrobus ist die neue vierte Generation, die CRRC nur noch in China fertigt. In Ungarn erfolgt zurzeit nur noch der Innenausbau mit kundenspezifischen Ein- und Ausbauten. Der Ikarus 120e V4 wird von einem Permanentmagnetsynchron-Zentralmotor mit 180 kW Dauer- und 350 kW Spitzenleistung angetrieben, die Lithium-Eisenphosphat-Batterien hat eine Kapazität von 422 kWh.

Ganz neu und direkt aus der Fabrik im Baskenland nach Berlin gekommen: Der Irizar ie Bus 12 efficient. Foto: omnibus.news/Schreiber

Irizar war über den deutschen Vertriebspartner Jebsen & Jessen mit einem brandneuen ie Bus 12 efficient vertreten. Das erste Fahrzeug des weiterentwickelten Elektrobusses geht an die spanische Stadt Valencia. Optisch fallen im Vergleich zum Vorgänger die jetzt deutlich weiter heruntergezogenen Seitenscheiben auf. Im Rahmen der nächsten Entwicklungsstufe hat Irizar verschiedene Maßnahmen zur Erhöhung der Effizienz umgesetzt, so wurde beispielsweise das Leergewicht reduziert und nach Angaben von Jebsen & Jessen auch das Thermomanagement verbessert. Außerdem wurde der Elektromotor optimiert. Zusammen mit der neuen Batteriegeneration so so ein spürbares Mehr an Reichweite realisiert worden.

Ivecos Klassiker, der Crossway LE Elec, steht auf der Mobility Move 2026 als Klasse I-Fahrzeug. Foto: omnibus.news/Schreiber

Iveco zeigt mit dem Crossway LE Elec den Bestseller des Portfolios an lokal emissionsfreien Omnibussen. Europaweit ist Iveco Bus unter dem Dach der indischen Tata Motors gut aufgestellt, im vergangenen Jahr wurden 1.091Elektrobusse >8t abgesetzt, was einem Marktanteil von 9,4 Prozent und Platz 5 bedeutet. Bei den BEV-Intercitybussen wurden im vergangenen Jahr europaweit 590 Einheiten neu zugelassen, der Crossway LE Elec wird auch hier seiner Rolle gerecht und behauptet sich trotz wachsenden Wettbewerbs aus dem Reich der Mitte. Als Klasse I-Fahrzeug in Stadtbusausführung steht der Crossway LE Elec mit doppelbreiten Türen auf der Mobility Move. 

Karsan stellte den automatisiert fahrenden eAtak auf der Mobility Move 2026 aus. Foto: Schreiber

Karsan hatte den zusammen mit Adastec realisierten eAtak nach Berlin geholt. Im Rahmen des Projektes „albus“ (autonomer Linienbus) fährt der Midi-Elektrobus mit bis zu 40 Stundenkilometer auf einer rund sieben Kilometer lange Strecke in Burgdorf bei Hannover. Der eAtak bedient dabei 13 Haltestellen, durchquert zehn Ampelkreuzungen und bewältigt urbane Herausforderungen wie Kreisverkehre und Fußgängerüberwege vollkommen autonom. Für das automatisiertes Fahren auf Level 4 haben die Projektverantwortlichen eine entsprechende Genehmigung des Kraftfahrtbundesamtes erhalten. 

Der 12,2m lange Lion’s City 12 E LE – ist mit Klasse II-Zulassung für bis zu 39 Sitzplätze für Fahrgäste in Fahrtrichtung sowie rund weitere 20 Stehplätze zugelassen. Foto: omnibus.news/Schreiber

Mit dem ersten elektrischen Klasse II-Überlandbus eines deutschen Herstellers, der seit dem viertem Quartal 2025 bereits bestellbar ist, und dem Batteriepaket „Made in Nürnberg“ setzt MAN Truck & Bus auf der Messe Mobility Move 2026 voll auf nachhaltige Mobilität. Am Messestand stand neben dem 12,2m langen Lion’s City 12 E LE (mit Klasse II-Zulassung für bis zu 39 Sitzplätze für Fahrgäste in Fahrtrichtung sowie rund weitere 20 Stehplätze zugelassen, außerdem steht noch ein Platz für Rollstuhl oder Kinderwagen zur Verfügung) auch ein Schnittmodell eines MAN BatteryPack der neuen Generation. 

Mercedes-Benz rückte die vierte Generation der NMC-Batterien, die von BMZ Polen kommt, in einem eCitaro K in Berlin in den Fokus. Foto: omnibus.news/Schreiber

Mercedes-Benz rückte die vierte Generation der NMC-Batterien, die von BMZ Polen kommt, in einem eCitaro K in Berlin in den Fokus. Dank höherer Energiedichte bietet sie bei gleichem Bauraum knapp 13 % mehr Energie, auf Packebene bedeutet dies 111 kWh (zuvor „nur“ 98 kWh). Der eCitaro K kann mit vier bis sechs Akkupaketen bestellt werden, maximal sind so 666 kWh darstellbar. Jetzt gibt Mercedes-Benz für die Batterien des eCitaro eine Garantie von zehn Jahren, gegen Aufpreis sogar von 15 Jahren. Außerdem wurde mit der neuen Generation das Entladefenster vergrößert, was dem eCitaro mehr nutzbare Energie und damit eine größere Reichweite beschert.

Ein Dieselantrieb, ein FCEV-Antrieb und 14 BEV-Omnibusse sind in Halle 2 auf der Mobility Move 2026 ausgestellt. Foto: omnibus.news/Schreiber

Zum Ende des ersten Überblicks gibt es ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen – vier der neun Elektrobussen werden in China gefertigt (BYD, Ebusco, Fencer und Ikarus – ja, BYD prodzuziert auch in Ungarn, aber alle in 2025 neu zugelassen 1.305 Elektrobusse von BYD kommen nicht aus dem Werk in Komárom!). Mit Irizar, Iveco, Karsan, MAN und Mercedes-Benz waren namhafte Marken aus Europa in Berlin dabei. In einer der nächsten Meldungen gibt es weitere Fotos und Informationen über die BEV-Busse von Solaris, VDL, VinFast, Wisdom und Zhongtong, die auf der Mobility Move 2026 ausgestellt sind. Auch der FCEVBus von MCV sowie der konventionell angetriebene Sprinter von Tremonia sind dann dabei. (VDV/BYD/CRRC/Ebusco/Higer/Irizar/IvecoBus/Karsan/MAN/PM/Sr)

 

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