Der neue VLE von Mercedes-Benz dürfte als kleiner Benz-Bus im Shuttle-Segment auf Zuspruch stoßen. Foto: Mercedes-Benz
So einen großen „Frontgrill“ gab es beim Benz noch nie… Foto: Mercedes-Benz
Form follows function: Mercedes-Benz kommuniziert einen Luftwiderstandsbeiwert von cw = 0,25. Foto: Mercedes-Benz
Bitte einsteigen und das Sitz-Ballett erleben… Foto: Mercedes-Benz
Optional: Ein ausfahrbarer 31,3-Zoll-Panorama-Screen mit 8K-Auflösung klappt bei Bedarf aus dem Dachhimmel. Foto: Mercedes-Benz
Hinter dem Lenkrad gibt es einen 10,25 Zoll-Bildschirm und rechts daneben kommen optional bis zu zwei 14-Zoll-Touchscreens für Fahrer und Beifahrer dazu. Foto: Mercedes-Benz
Dieser kleine Bus ist auch irgendwie ein Van oder ein ..? Was Mercedes-Benz da auf die Räder gestellt hat, sprengt sämtliche Kategorien. Der Neue stellt die alte V-Klasse in den Schatten, der VLE ist ein optisches Statement und legt die Messlatte in seiner Klasse, die erst noch definiert werden will, hoch: Allein die Frontmaske zeugt von Selbstbewusstsein, will Mercedes-Benz damit den Wettbewerb „grillen“? Der Grill ist ein Grill, denn der VLE fährt batterieelektrisch, trotzdem musste das wohl sein, warum, das bleibt das Geheimnis der kreativen Köpfe…
Der VLE ist das erste Fahrzeug auf Basis der neu entwickelten modularen, flexiblen und skalierbaren Van Architektur. Das Ergebnis sei eine völlig neu definierte Grand Limousine, so Mercedes-Benz im hauseigenen Pressetext. Der VLE vereine das Beste aus zwei Welten: den Fahrkomfort und die Fahrdynamik einer Limousine mit der Geräumigkeit, Vielseitigkeit und Flexibilität eines MPV. Dank hoher Effizienz, der neuen 800‑Volt-Technolgie und ultraschnellem Laden sei der VLE die ideale Lösung für jede Fahrt. Das Fahrzeug hat eine Länge von 5.309 mm, eine Breite von 1.999 mm sowie eine Höhe von 1.916 mm.
Auch beim Radstand darf es etwas mehr sein: Stolze 3.345 mm misst er, der Wendekreis beträgt laut Hersteller 13.600 mm (1.000 mm über der S-Klasse), mit optionaler Hinterachslenkung dann nur noch 11.600 mm. Dazu schreibt Mercedes-Benz: „Die Hinterachslenkung macht den VLE zudem außergewöhnlich agil und wendig, mit Leichtigkeit meistert er enge Gassen und Parkhäuser.“ Eine noch längere Variante soll noch folgen, so die Aussage bei der Vorstellung. In einem Parkhaus wird der VLE eher selten zu finden sein, neben Familien und Freizeitnutzern hat Mercedes-Benz mehr denn je auch Shuttle- und Businesskunden im Visier.
Insbesondere die im Reich der Mitte, denn dort geht seit Jahren der Trend zum Luxus-Van statt S-Klasse. Mercedes-Benz reagiert und schickt mit dem VLE den Kasten des Handwerkers mit den Merkmalen der S-Klasse auf die Straße – nicht nur in China. Der VLE definiert Komfort und Variabilität eines großzügigen Raums für bis zu acht Personen (vom Zweisitzer bis zum Achtsitzer ist alles konfigurierbar) völlig neu. Ein Höhepunkt sind die Grand Comfort-Sitze: Mit integrierter Ladeschale fürs Handy, Wadenauflage und Massagefunktion erinnern sie mehr an Sitze der First Class im Flieger als an die in einem Sprinter…
Viel Komfort genießen die Fahrgäste, ob elektrisch betätigte Schiebetüren und voll versenkbare Fenster. Was an Sitzen wo verbaut wird, entscheidet der Kunde, denn das rollende Wohnzimmer lässt sich aus den neu entwickelten Einzelsitzen und Sitzbänken frei gestalten. Ob manuell verstellbarer Einzelsitz oder elektrisch verstellbarer Luxussessel. Auf elektrisch verstellbaren Schienen lassen sich die Luxussessel einzeln bewegen – und das sogar per App. Mercedes-Benz spricht von einem Sitzballett…
Optional gibt es auch die klassische Dreier-Sitzbank. Auch optional: Ein ausfahrbarer 31,3-Zoll-Panorama-Screen mit 8K-Auflösung klappt bei Bedarf aus dem Dachhimmel. Zusammen mit einem Burmester 3D-Soundsystem (22 Lautsprecher, Dolby Atmos) wird der kleine Benz-Bus zum mobilen Kinosaal, natürlich mit WLAN und HDMI-Schnittstelle. Führend in seiner Klasse? Also doch ein Fahrzeug für das Van-Segment? Noch nie trat ein Transporter von Mercedes-Benz derart selbstbewusst auf, noch nie gab es einen so mächtigen Frontgrill.
Auch sonst gibt es viele Superlative, die Schwaben schwärmten bei der Premiere von einem Luftwiderstandsbeiwert von cw = 0,25 – das hilft, um Reichweite zu generieren. Die Lithium-Ionen-Batterie (Mercedes-Benz spricht von einem CATL-Produkt) verfügt über eine nutzbare Kapazität von 115 kWh. Ein 800-Volt-Netz bildet die Basis für rasantes Aufladen mit maximal 300 kW. Mercedes nennt einen WLTP-Verbrauch von unter 20 kWh auf 100 Kilometer. Mit bidirektionalem Laden ermöglicht der Mercedes VLE das Aufladen und die Rückspeisung von Energie ins Hausnetz (V2H) oder in das öffentliche Stromnetz (V2G).
Serienmäßig geht der Luxus-Van mit einem Elektromotor vorn an den Start. Optional gibt es einen zweiten Elektromotor an der Hinterachse. In diesem Fall steigt die Systemleistung auf gewaltige 400 kW. Noch gibt es keine genaue Preisliste, aber Mercedes gibt schon recht gute Werte an, bei denen sich die Preise für die einzelnen Varianten bewegen sollen – alles vorbehaltlich der langen und teuren Individualisierungsmöglichkeiten. So soll der VLE 300 in der Serienausstattung „mit Advanced-Plus-Paket“ als Siebensitzer in der Basis mindestens 80.000 Eurokosten.
„Der neue elektrische VLE ist ein weiterer Meilenstein in unserer erfolgreichen 140-jährigen Automobilgeschichte. Geprägt vom Pioniergeist unserer Ingenieure definiert er Raum sowie Komfort völlig neu und fügt ein erstaunliches Maß an Vielseitigkeit und Innovation hinzu. Mit einer Reichweite von über 700 km ist er führend in seiner Klasse. Der VLE ist das erste Modell auf der neuen Van Architektur – entwickelt, um eine breite Palette von Kundenbedürfnissen zu erfüllen und sich an jeden Lebensstil anzupassen.“, so Ola Källenius, Vorsitzender des Vorstands, Mercedes-Benz Group AG im Rahmen der Vorstellung. (Mercedes-Benz/PM/Sr)
Der Beitrag Kleiner Benz-Bus ..? erschien zuerst auf omnibus.news.
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