IXO hat auf der Spielwarenmesse 2026 den legendären Colectivo in 8-facher Verkleinerung präsentiert. Foto: Kubath
8-fach verkleinert fehlt kein Detail… Foto: Kubath
Die Marke IXO Models gehört zur Premium & Collectibles Trading Co. Ltd. (PCT), einem Unternehmen, das 1999 in Macau (China) gegründet wurde. Produziert werden die Modellfahrzeuge nicht nur in China, sondern IXO Models nutzt Produktionsanlagen in verschiedenen Ländern, u.a. auch in Bangladesch. Der Branchenriese ist weltweit eine bekannte Größe, auf der Spielwarenmesse 2026 wurde als Neuheit ein für einen argentinischen Kunden aufgelegter Colectivo im Fileteado-Porteno-Stil (eine farbenprächtige, ornamentale Volkskunst aus Buenos Aires, geprägt von schwungvollen Linien, starken Farben und poetischen Botschaften) in 8-facher Verkleinerung präsentiert.
Im Mercedes-Benz Werk in Buenos Aires wird 1969 auf ein in Deutschland gefertigtes Fahrgestell die landestypische Omnibus-Karosserie gesetzt. Im 50-Sekunden-Takt fahren die Omnibusse in Buenos Aires, um alle Arbeiter rechtzeitig zur Fabrik und wieder nach Hause zu bringen. Die so genannten Colectivos werden bunt angestrichen und mit Glücksbringern oder Andenken verziert, ganz individuell, damit die Fahrgäste in ihren und keinen anderen Colectivo einsteigen. Bis 1990 gehörten die Colectivos zum Straßenbild. Der im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart ausgestellte Colectivo stammt von Hector Prieto, der ihn seinerzeit auch bunt anmalte und damit sein Glück machte.
Fast 30 Jahre lang beförderte er Fahrgäste durch Buenos Aires und stieg vom einfachen Busfahrer zum erfolgreichen Busunternehmer auf. 1999 ließ er das Fahrzeug liebevoll restaurieren und übergab es dem Mercedes-Benz-Museum. In der „Unique Edition“ hatte Premium Classixxs das Resine-Modell exklusiv für das Mercedes-Benz ClassicCenter in einer limitierten Auflage hergestellt. Dann legte IXO für Hachette und die französische Kiosk-Sammelserie den bunten Argentinier auch noch einmal auf, nutzt aber eine neue Form, auch wenn der Maßstab wieder 1/43 beträgt.
Optisch sind die Modellbusse leicht zu unterscheiben: IXO verzichtet auf Fahrgäste, die hatte PremiumClassixxs samt einer detaillierten Innenausstattung der Miniatur spendiert. 1951 gründete Mercedes-Benz die erste Auslandsfabrik in Argentinien, wo unter anderem Busfahrgestelle der Typen LO 3500 und LO 312 montiert wurden. 1966 erfolgte die Einführung des neuen Kurzhauber-Busfahrgestell LO1112 (L=Lastwagen, O=Omnibus, 11=elf Tonnen Gesamtgewicht, 12=120PS). Die robusten, komfortablen Busse mit dem kräftigen, sparsamen 120 PS Direkteinspritzer-Motor OM 352 wurden ein Erfolg.
Bis zur Produktionsende 1973 wurden über 5.000 Exemplare verkauft. Der Nachfolger, der Typ LO 1114 brachte es auf eine Produktionszahl von knapp 30.000 Stück und wurde zur Legende und Synonym für die Colectivo genannten Linienbusse. Das Museumstück von Hector Prieto ließ sein Fahrgestell bei El Detalle, einem einheimischen Aufbauer, mit einer eleganten Karosserie versehen. Ironie der Geschichte: Ausgerechnet El Detalle begann Ende der 80er Jahre mit dem Bau eines selbsttragenden, vollniederflurigen Stadtbus mit Deutz Motor.
Da sahen die Colectivos plötzlich alt aus, viele Städte gingen dazu über, jetzt Niederflurbusse vorzuschreiben. Nach großem, anfänglichem Erfolg bekam El Detalle aber zunehmend Korrisionsprobleme, den Todesstoß versetzte El Detalle dann die nächste Wirtschaftsflaute Argentiniens. Nun gibt es – besonders mit Blick auf den Maßstab 1/8 – einen Modellbus, der u.a. auch als Hommage an die Zeit der Colectivos zu verstehen ist. (Mercedes-Benz/omnibus.news/Sr)
Das große Vorbild steht im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart. Foto: Mercedes-Benz-Museum
Der Fileteado-Porteno-Stil ist eine farbenprächtige, ornamentale Volkskunst aus Buenos Aires, geprägt von schwungvollen Linien, starken Farben und poetischen Botschaften. Foto: Mercedes-Benz-Museum; Montage: omnibus.news
Der Beitrag IXO ’26: Colectivo in 1/8 erschien zuerst auf omnibus.news.
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