Jens-Günter Lang Vorstand des Ressorts Technik bei der Hochbahn. Foto: Hochbahn, Schreiber; Montage: omnibus.news
Die Hamburger Hochbahn setzt bereits seit dem 16. September 2003 Wasserstoffbusse im regulären Linienverkehr ein. Damals gingen zunächst drei Brennstoffzellenbusse auf der Metrobuslinie 24 an den Start. Mehr als 23 Jahre später stellt das Verkehrsunternehmen den Einsatz der Technologie allerdings infrage. Die erste Generation der Wasserstoffbusse wurde von 2003 bis 2010 im Hamburger Linienverkehr erprobt. Die Fahrzeuge vom Typ Citaro Fuel Cell lieferte Mercedes-Benz. Ab 2011 folgte eine weiterentwickelte Generation von Brennstoffzellen-Hybridbussen, ebenfalls von Mercedes-Benz. Ab 2014 testete die Hochbahn auf der Innovationslinie 109 weitere Fahrzeuge mit Brennstoffzellentechnik: Solaris Urbino 18, bei denen die Brennstoffzelle als Reichweitenverlängerer diente.
Im März 2025 nahm die Hochbahn den ersten serienreifen Wasserstoffbus von fünf Fahrzeugen vom Typ Solaris Urbino 12 hydrogen in den regulären Linienbetrieb auf. Doch die Bilanz fällt nach Angaben des Unternehmens ernüchternd aus. Vorstandssprecher Jens-Günter Lang äußerte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA) Zweifel an einem weiteren Einsatz der Technologie in Hamburg. „Wir betreiben seit knapp einem Jahr fünf Busse und sie sind immer noch nicht endgültig abgenommen, da sie den Qualitätsanforderungen nicht genügen“, sagte Lang der DPA. Auch bei der Verfügbarkeit und den Betriebskosten sieht der Hochbahn-Chef Probleme. Die Wasserstoffbusse seien seltener betriebsbereit als Diesel- und Batteriebusse, da ihre Technik vergleichsweise komplex sei.
Zudem seien die Betriebskosten hoch. Grünen Wasserstoff bezeichnete Lang als „unfassbar teuer“. Sein Fazit: „Wir erkennen, das ist nicht unser Weg.“ Dabei hatte die Hochbahn die Brennstoffzellentechnik zunächst als mögliche Ergänzung zum batterieelektrischen Antrieb betrachtet. Im Sommer 2020 startete das Unternehmen eine europaweite Ausschreibung mit dem Ziel, serienreife Brennstoffzellenbusse zu beschaffen. Im März 2023 erhielt Solaris den Zuschlag. Der erste der fünf bestellten Urbino 12 hydrogen traf im Februar 2025 in Hamburg ein. Bei der Vorstellung der Fahrzeuge im März 2025 hatte Lang die strategische Ausrichtung noch so beschrieben: „Unser Standardbus ist der Batteriebus.
Wir gehen davon aus, dass wir mit den Fortschritten in der Batterietechnologie den Bedarf wirtschaftlich abdecken können. Dennoch bietet der Wasserstoff für uns eine strategische Option. Wichtig ist es, technologieoffen zu bleiben, um zukünftige Anwendungen nicht zu behindern.“ Zur Bewertung der Brennstoffzellenbusse tauscht sich die Hochbahn mit ihren Partnern im Energiewende-Verbundprojekt Norddeutsches Reallabor (NRL) aus. Die Arbeitsgruppe „Mobilität“ untersucht unter anderem, wie eine emissionsfreie Mobilität mithilfe von Wasserstoff als Energieträger ermöglicht werden kann. Dazu werden Vorhaben entlang der gesamten Wertschöpfungskette umgesetzt.
Betankt werden die Hamburger Wasserstoffbusse an einer Wasserstofftankstelle am Weg beim Jäger in unmittelbarer Nähe zum Flughafen. Aufgrund der räumlichen Nähe zum Betriebshof Hummelsbüttel ist dieser Standort für den Einsatz der Fahrzeuge vorgesehen. Eine eigene Wasserstofftankstelle auf dem Betriebshof plante die Hochbahn aus wirtschaftlichen Gründen zunächst nicht. Der Solaris Urbino 12 hydrogen verfügt über eine 70-kW-Brennstoffzelle und fünf auf dem Fahrzeugdach angeordnete Wasserstofftanks. Zwei radnahe Elektromotoren mit jeweils 125 kW Leistung treiben den Bus an. Die Betankung erfolgt mit Wasserstoff bei einem Druck von 350 bar. Mit einer Tankfüllung soll das Fahrzeug eine Reichweite von bis zu 350 Kilometern erreichen.
Grüner Wasserstoff wird mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind- und Sonnenenergie hergestellt. Seine Herstellung ist jedoch energieintensiv und mit entsprechend hohen Kosten verbunden. Für die Hochbahn rückt deshalb der batterieelektrische Antrieb zunehmend in den Mittelpunkt. Nach jüngsten Angaben betreibt das Unternehmen mehr als 1.100 Busse, davon rund 430 elektrisch. Bis 2031 soll der Anteil der Batteriebusse von annähernd 40 auf 60 Prozent steigen. (Hochbahn/DPA/PM/Sr)
Der Beitrag FCEV-Busse: Teuer & komplex erschien zuerst auf omnibus.news.
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