Auch im 3. Quartal meldet Daimler Buses rückläuflge Absatzzahlen. Foto: DaimlerTruck; Montage: omnibus.news
Deutlich weniger verkaufte Omnibusse haben bei Daimler Truck auch im 3. Quartal 2026 im Segment der Omnibusse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wieder für einen Rückgang bei den Absatzzahlen gesorgt. Damit ist der Absatz zum dritten Mal in Folge rückläufig. Woran liegt es? Ein tieferer Blick in die Zahlen zeigen, dass der Rückgang in Daimlers Bussparte nicht primär ein allgemeines Problem des gesamten Konzerns oder des europäischen Busgeschäfts ist. Der wesentliche Belastungsfaktor liegt 2026 bislang in Lateinamerika und insbesondere Mexiko.
Daimler Truck nennt diesen Punkt selbst mehrfach als Hauptursache. Bereits im ersten Quartal sank der Busabsatz um 20 % auf 4.972 Fahrzeuge. Als Grund nennt der Konzern ausdrücklich das schwache Marktumfeld in Lateinamerika und Mexiko. In Mexiko brach der Absatz sogar um 67 % ein; Lateinamerika insgesamt lag 21 % unter Vorjahr. Im zweiten Quartal setzte sich die Entwicklung fort. Daimler Truck senkte deshalb seine Jahresprognose für Daimler Buses von ursprünglich 25.000–30.000 auf 20.000–25.000 Fahrzeuge.
Begründung: die anhaltend schwache Marktentwicklung in Lateinamerika und Mexiko. Für Brasilien kommt ein zusätzlicher Faktor hinzu. Daimler Truck verwies bereits im Q1 auf die politische Unsicherheit im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im Oktober 2026. Vor allem öffentliche Auftraggeber hielten sich mit Beschaffungen zurück. Das drückt gerade im Busgeschäft auf die Stückzahlen, weil öffentliche und kommunale Betreiber einen erheblichen Teil des Marktes ausmachen. Das ist aus Sicht von omnibus.news für die Einordnung wichtig:
Es handelt sich nicht einfach um eine schwache Nachfrage nach Mercedes-Benz- und Setra-Bussen, sondern teilweise um verschobene bzw. zurückgehaltene öffentliche Beschaffungen. Mexiko wiegt besonders schwer, weil Daimler Buses dort eine wichtige Produktions- und Absatzbasis besitzt. Die Schwäche des mexikanischen Marktes wirkt daher doppelt: weniger lokale Verkäufe und geringere Auslastung der entsprechenden Produktionsstrukturen. Interessant ist dabei der Kontrast zum übrigen Daimler-Truck-Geschäft:
Im Q3 2026 legte Trucks North America um 51 % im Vergleichzeitraum zu, während Daimler Buses um 16 % zurückfiel. Im Q1 2026 lag Daimler Buses in der EU30-Region praktisch auf Vorjahresniveau: Q1/2026: 1.698 zu Q1/2025: 1.704 und damit eine Veränderung von −0,4 %. Der dramatische Rückgang kam also nicht aus Europa. Und das ist bemerkenswert, weil Daimler Buses 2025 in seinen Kernmärkten Europa, Brasilien und Mexiko noch eine sehr starke Entwicklung verzeichnet hatte: 27.000 Fahrzeuge, +2 % gegenüber 2024, bei gleichzeitig deutlich gestiegenem Umsatz und einer bereinigten Umsatzrendite von 10 %.
Der Rückgang beim Absatz ist zudem teilweise eine zeitversetzte Folge der Auftragseingänge. Im Q2 beispielsweise gingen bei Daimler Buses nur 5.284 Aufträge ein, gegenüber 7.027 im Vorjahresquartal – ein Minus von 25 %. Für das erste Halbjahr lag der Auftragseingang damit 25 % niedriger. Das ist wichtig, weil zwischen Bestellung und Auslieferung eines Busses naturgemäß einige Monate bzw. mittlerweile Jahre liegen können. Ein schwacher Auftragseingang schlägt deshalb häufig erst später auf die Absatzstatistik durch. Der Absatz von batterieelektrischen Fahrzeugen des gesamten Daimler-Truck-Konzerns stieg im Q2 noch um 21 %, fiel im Q3 allerdings um 28 %.
Das spricht gegen die einfache Erklärung „Daimler Buses verliert Absatz wegen der Umstellung auf Elektrobusse“. Dafür sind die regionalen Effekte viel stärker. Daimler Buses investiert vielmehr weiter massiv in Elektromobilität und hat beispielsweise 2026 angekündigt, bis zu 200 Mio. Euro in sein europäisches Service- und Ladeinfrastrukturnetz zu investieren. Gleichzeitig sieht das Unternehmen bei elektrischen Reisebussen noch fehlende Ladeinfrastruktur als Hemmnis für den Fernverkehr. Wie kann man den Abwärtestrend zusammenfassen?
Daimler Buses verkauft 2026 das dritte Quartal in Folge weniger Busse. Der Rückgang ist allerdings vor allem ein regionales Problem: Während sich das Geschäft in Europa vergleichsweise stabil zeigt, belasten die schwachen Märkte in Mexiko und Lateinamerika die Bilanz. Besonders in Mexiko ist der Absatz massiv eingebrochen. In Brasilien sorgt die politische Unsicherheit vor den Präsidentschaftswahlen für Zurückhaltung, insbesondere bei öffentlichen Auftraggebern. Hinzu kommt ein im ersten Halbjahr deutlich niedrigerer Auftragseingang, der nun zeitversetzt auf die Auslieferungen durchschlägt.
Aktuell steht Daimler Buses unter Druck, isnbesondere Mexiko wird zum Bremsklotz. Die Q3-Zahlen von heute bestätigen nämlich vor allem: Der Konzern insgesamt wächst kräftig, nur Daimler Buses läuft gegen den Trend. Ferner wurde heute kommuniziert, dass Daimler Truck bei der Veröffentlichung der Ergebnisse des dritten Quartals am 6. November detailliert über die finanziellen und nichtfinanziellen Kennzahlen des 3. Quartals auf Konzern- und Segmentebene berichten werde. Dann dürfte sich die Analyse bzw. Einschätzung der Zahlen von omnibus.news offiziell bestätigen. (DaimlerTruck/PM/Sr)
Der Beitrag Daimler Buses: 3x Minus erschien zuerst auf omnibus.news.
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