Conecto by Otokar

Otokar startet die Produktion des Mercedes-Benz Conecto in der Türkei. Till Oberwörder, CEO Daimler Buses, fährt zum Start einen bei Otokat gebauten Mercedes-Benz Conecto aus der Produktion. Foto: Daimlertruck

Die Geschichte des Mercedes-Benz Conecto ist eng mit dem türkischen Mercedes-Benz-Buswerk in Hoşdere verbunden – und zugleich eine Geschichte darüber, wie Mercedes-Benz neben dem technologisch anspruchsvolleren Citaro einen kostengünstigeren, robusten Linienbus für preis- und kostenbewusste Märkte entwickelte. Die Wurzeln des Conecto reichen in die 1990er-Jahre zurück. Mercedes-Benz Türk entwickelte in der Türkei einen Linien- und Überlandbus, der vor allem für Märkte in Osteuropa, im Nahen Osten und in weiteren preisbewussten Märkten gedacht war.

Produziert wurde und wird die Baureihe im Werk Hoşdere bei Istanbul. Der erste Vertreter war der O 345. Er wurde ab Mitte der 1990er-Jahre gefertigt; 1998 kam unter anderem eine als O 345 Ecolier bezeichnete Variante für den Schulverkehr auf den Markt. Der Bus war als vergleichsweise einfacher und robuster Linienbus konzipiert. Interessant ist dabei die Namensgeschichte: Bis 2002 trug der Bus die Bezeichnung O 345, erst danach wurde daraus offiziell der Name Conecto.

Die erste Generation gab es in verschiedenen Ausführungen, darunter als Conecto C, Conecto G und hochflurige Varianten. Damit deckte Mercedes-Benz sowohl den Stadt- als auch den Überlandverkehr ab. Die Fahrzeuge waren technisch deutlich einfacher gehalten als ein Citaro und konnten dadurch insbesondere in Märkten angeboten werden, in denen der Preis eine größere Rolle spielte. Ein entscheidender Einschnitt kam 2007. Mercedes-Benz ersetzte den bisherigen O 345/Conecto durch den Conecto LF.

Aus dem ursprünglich eher hoch- beziehungsweise mittelflurigen Linienbus wurde damit ein echter Niederflur-Stadtbus. Technisch orientierte sich der Conecto LF stärker am Citaro. Allerdings blieb das Konzept bestehen: bewährte Technik, vergleichsweise einfache Ausstattung und niedrige Betriebskosten. Den Conecto LF gab es als Solobus und Gelenkbus. Der Gelenkbus erreichte knapp 18 Meter Länge. Produziert wurde weiterhin in der Türkei.

Der Citaro blieb dagegen das international positionierte Premiumprodukt von Mercedes-Benz. Man kann den Conecto deshalb vereinfacht als den „wirtschaftlicheren Bruder“ des Citaro verstehen – wobei er technisch keineswegs nur ein abgespeckter Citaro war. Die Baureihe besaß eine eigene technische Entwicklung und wurde auf die Anforderungen ihrer Zielmärkte zugeschnitten. Die nächste große Zäsur erfolgte 2016. Auf der TransExpo in Warschau präsentierte Mercedes-Benz eine vollständig überarbeitete Generation des Conecto.

Sie war von Anfang an auf die damals geltende Euro-VI-Abgasnorm ausgelegt. Der neue Conecto wurde wieder als 12-Meter-Solobus und rund 18-Meter-Gelenkbus angeboten. Beim Solobus kam der OM 936, beim Gelenkbus der größere OM 470 zum Einsatz. Damit rückte der Conecto technisch näher an die aktuelle Mercedes-Benz-Buswelt heran, ohne seine ursprüngliche Positionierung aufzugeben. Mit der dritten Generation öffnete Mercedes-Benz die Conecto-Baureihe zudem stärker für alternative Antriebe.

Neben dem Diesel wurde der Conecto NGT mit Erdgasantrieb angeboten. Später kam der Conecto hybrid hinzu. Das Konzept ist allerdings kein Vollhybrid, sondern ein Dieselbus mit 48-Volt-Hybridmodul. Beim Bremsen wird Energie zurückgewonnen, die anschließend den Dieselmotor insbesondere beim Anfahren und Beschleunigen unterstützt. Mercedes-Benz gibt eine mögliche Kraftstoffeinsparung von bis zu 6,5 Prozent an. Nun gibt es wieder einen Meilenstein zu vermelden.

Daimler Buses, Mercedes-Benz Türk und der türkische Bushersteller Otokar haben den Produktionsstart des Mercedes-Benz Conecto im Otokar-Werk in Sakarya gefeiert. Damit erreicht die im Jahr 2025 vereinbarte Fertigungskooperation zwischen den beiden Unternehmen den nächsten wichtigen Schritt. Die zusätzlichen Produktionskapazitäten ermöglichen es Daimler Buses und Mercedes-Benz Türk der anhaltend hohen Nachfrage in Europa noch besser gerecht zu werden. Die ersten Kundenauslieferungen sind für das erste Halbjahr 2027 geplant.

Till Oberwörder, CEO Daimler Buses: „Der Mercedes-Benz Conecto spielt in vielen europäischen Märkten eine bedeutende Rolle. Mit dem Ausbau unserer Produktionskapazitäten (…) schaffen zugleich die Grundlage für profitables Wachstum.“ Aykut Özüner, CEO von Otokar: „Heute sehen wir die Ergebnisse der starken Zusammenarbeit zwischen den Teams von Otokar, Daimler Buses und Mercedes-Benz Türk. Der erfolgreiche Produktionsstart spiegelt das Engagement, die Fachkompetenz und die Teamarbeit aller an dem Projekt Beteiligten wider.“

Dem Beginn der Serienproduktion ist der erfolgreiche Abschluss der Vorserienphase im Otokar-Werk in Sakarya vorausgegangen. Im Rahmen der 2025 unterzeichneten Vereinbarung produziert Otokar den Mercedes-Benz Conecto für Daimler Buses im Werk in Sakarya. Daimler Buses liefert sämtliche Hauptkomponenten des Fahrzeugs sowie speziell für die Produktion vorgesehenes Equipment direkt an Otokar. Zudem unterstützt ein erfahrenes Team von Daimler Buses die Produktion vor Ort. (DaimlerTruck/omnibus.news/Sr)

Der Beitrag Conecto by Otokar erschien zuerst auf omnibus.news.

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