ADL & Volvo: E-Bus-Bahn?

Alexander Dennis und Volvo Buses denken über einen Elektro-Gelenkbus im Straßenbahn-Design für den Markt in Großbritannien nach. Foto: ADL

Alexander Dennis (ADL) und Volvo Buses untersuchen gemeinsam die Entwicklung eines elektrisch angetriebenen Schnellbusses im Straßenbahn-Design – für den Markt in Großbritannien. Der EnviroMax soll hohe Beförderungskapazität mit emissionsfreiem Betrieb verbinden und auf dem Gelenkbus-Fahrgestell Volvo BZL Electric aufbauen. Die beiden Unternehmen habe dafür eine Machbarkeitsstudie gestartet. Das geplante Fahrzeug soll die Kapazität und Attraktivität einer Straßenbahn mit der Flexibilität eines elektrischen Bussystems verbinden.

Zielgruppe seien insbesondere Verkehrsverbünde und Kommunalbehörden, die leistungsfähige Schnellverkehrslösungen ohne den hohen Infrastrukturaufwand klassischer Schienenverkehrssysteme suchen, so ADL. Als technische Basis dient das elektrische Gelenkbus-Fahrgestell Volvo BZL Electric. Für die vorgesehene Fahrzeugkonfiguration mit einer Länge von rund 18 Metern ist eine installierte Batteriekapazität von bis zu 530 kWh vorgesehen. Alexander Dennis will seine Erfahrung mit der Enviro-Baureihe und seine britischen Fertigungskapazitäten in das neue Karosseriekonzept einbringen.

Der EnviroMax soll ein markantes Design mit barrierefreien Fahrgastbereichen verbinden. Die konkreten Fahrzeugkonfigurationen wollen die Partner gemeinsam mit Verkehrsunternehmen, Aufgabenträgern und weiteren Interessengruppen entwickeln. Dabei sollen sowohl betriebliche Anforderungen als auch die vorhandene Infrastruktur berücksichtigt werden. ADL erwartet Vorteile durch die bewährte Konstruktion der Enviro-Familie. Dazu zählen ein guter Wartungszugang und eine hohe Teilegleichheit, die Wartungs- und Reparaturarbeiten vereinfachen sollen.

Paul Davies, Präsident und Geschäftsführer von Alexander Dennis, sieht in der Studie die Möglichkeit, die eigene Kompetenz im Busbau mit der Elektrofahrzeugtechnik von Volvo zu verbinden. Zudem könne das Unternehmen auf die Erfahrungen des NFI-Konzernschwesters New Flyer mit Gelenkbussen zurückgreifen. Ein EnviroMax könne nach seiner Einschätzung eine emissionsfreie Schnellverkehrslösung schaffen und zugleich die britische Fertigungsindustrie stärken. Richard Mann, Vertriebsleiter von Volvo Bus UK & Ireland, verweist auf das zunehmende Interesse an elektrischen Bussystemen im Straßenbahn-Stil.

Diese sollen eine hohe Kapazität und eine attraktive Gestaltung bieten, zugleich aber flexibler und mit geringerem Infrastrukturbedarf als Straßenbahnen umgesetzt werden können. Nach der Einführung des elektrischen Gelenkbus-Fahrgestells Volvo BZL Electric in Australien prüfen Volvo Buses und Alexander Dennis nun dessen Einsatz für ein auf den britischen Markt zugeschnittenes Fahrzeug. Die Unternehmen arbeiten bereits seit Jahren zusammen. Ein früheres gemeinsames Projekt war der hochkapazitive Doppeldecker Enviro400XLB auf Basis des Volvo-B8L-Fahrgestells.

Mit dem EnviroMax wollen die Partner ihre Zusammenarbeit auf eine neue Generation elektrischer Schnellverkehrsfahrzeuge ausweiten. Ob das Projekt in die Serienentwicklung übergeht, ist noch offen: Zunächst soll die Machbarkeitsstudie klären, wie sich das Konzept technisch und betrieblich umsetzen lässt. (ADL/VolvoBuses/PM/Sr)

Der Beitrag ADL & Volvo: E-Bus-Bahn? erschien zuerst auf omnibus.news.

Kategorien:

Keine Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert